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1 (1888) [Hauptbd.]
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den zweiten Platz ein. ') Das Jahr 1280 zeigt ihn uns in zwei ferneren Gildebriefen 2 )und als Zeugen in einer Urkunde des Grafen Ludwig d. J. von Everstein 3 ) an derSpitze der Rathsmitglieder, deren Oberhaupt er jedoch nicht war, da ein solches bis1293 4 ) nicht bekannt ist.

Am 11. November des folgenden Jahres (1281) steht an Stelle des Godebert einGonradus de Uslaria, welcher unter den die obige Urkunde vom 8. November 1275 be-zeugenden Rathsherren noch die fünfte Stelle einnahm, jetzt in der Reihe der urkunden-den Stadträthe obenan. 5 ) Diesen Platz behauptet er auch 1283 6 ), vertauscht ihn aberschon im folgenden Jahre mit der zweiten Stelle 7 ) und scheint dann noch einmal inden Rath getreten zu sein, wenigstens zeigt sich ein Conradus de Uslaria als der Ersteder consules Huxarienses am 14. März 1288 in einer zu Corvey ausgestellten Urkunde,worin der dortige Abt und Convent dem Kloster Lippoldsberg die villas Bodenvelde,Gotmersen, item Bodenvelde für 115 Mark verkaufen, um ihr Schloss Cogelnberg undihre Güter in Volkmarsen einzulösen. 8 ) Ob dieser Conrad identisch ist mit jenem MönchConradus de Uslaria, welcher unter dem 22. Mai (nach 1291) in das Nekrologium desKlosters Amelungsborn eingetragen ist, 9 ) lässt sich nicht bestimmen.

Unter den Personen, welche zu Höxter am Ende des 13. Jahrhunderts, also zurhöchsten Blüthezeit der Stadt, 10 ) am Stadtregimente Theil nahmen, nennen die Quellenim Jahre 1293, und später in den Jahren 1305, 1306, u ) 1310 12 ) einen Thidericus de Us-laria unter den consules der Stadt; endlich als letzten dortigen Uslar ihn oder einenanderen Thidericus als proconsul (Bürgermeister) im Jahre 1324. 13 )

Nun erscheint zugleich mit dem Rathmann Conrad v. U. in Höxter am7. Juli 1284 l4 ) daselbst ein Conradus de Uslaria, welcher in einer Urkunde von dem-selben Tage 15 ) burgensis civitatis Huxariae genannt wird. Noch 1293 befindet er sichdort, wie aus einer schon erwähnten ungedruckten Urkunde des Grafen Ludolf von Dasselvon diesem Jahre 16 ) hervorgeht, welche Conrad als Erster nach den consules, derStadt bezeugt.

Für denselben Grafen Ludolf von Dassel unterschreibt fünf Jahre später, am22. Juli 1298, ein Conradus de Uslaria, Bürger in Einbeck, als Zeuge einen Verzicht. 17 )Sein weiteres Erscheinen in Einbecker Urkunden bis zum Jahre 1332, 18 ) sowie dasspätere Vorkommen zahlreicher Uslar daselbst lässt keinen Zweifel darüber aufkommen,dass dieser Conrad v. U. um das Jahr 1295 von Llöxter nach Einbeck übersiedelte undhier der Stammvater jenes Einbecker Patrizier - Geschlechts wurde, dessen zahlreicheNachkommen dort bis zu ihrem gegen das Ende des 16. Jahrhunderts erfolgten Erlöschenin hohem Ansehen standen.

In dem zweiten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts tritt urkundlich ein anderes gleich-namiges Patrizier - Geschlecht auf, welches in der alten Reichsstadt Goslar seinen Sitzhatte und seine Stammesverschiedenheit von dem in Einbeck angesessenen Geschlechteschon durch die Verschiedenheit der Wappen 19 ) kennzeichnet. Zum Stammvater giebtihm Iieineccius 20 ) nach Letzner'schen Quellen einen Hermann v. U., welcher um 1246in Goslar lebte. Da nun um diese Zeit ein Ritter Hermann (V.) v. U. aus den Ur-kunden des ritterbürtigen Geschlechts verschwindet, nachdem er nur durch 4 Documentedort bekannt geworden war (s. seine Biographie Nr. 24), so ist die Identität jenesStammvaters mit unserm Ritter Hermann V. nicht ganz unwahrscheinlich. Trifft dieseAnnahme zu, so wird er ohne Leibeserben geblieben sein, denn nicht eher als im

') Fehlerhaft bei Wigand, denkw. Beiträge f. Gesch. u. Rechtsalterthümer, S. 135; Zeitschr. f.

westfäl. Gesch. u. Alterthumsk., XXXV, 2. Abth., S. 172 u. ff. -) Fehlerhaft bei Wigand, 1. c., S. 136;

Wigand, Gesch. d. Abtei Corvey, I, 1. Abth., S. 330, 332, Noten. 3) Falke, 1. c., S. 902 (berichtigt

durch v. Spilcker, Everstein, Urkb., S. 17S.) 4 ) Nach einer ungedr. Urk. im Staatsarchiv zu Marburg

(Lippoldsb. Urkk. Cell. 798 U) von 1293, worin Hildebrandus de Dasle et Nicolaus Biseworin als pro-consules (Bürgermeister) zeugen; vgl. die cit. westfäl. Zeitschr., S. 185. 5 ) Falke, 1. c., S. 526.

6) Amelungsb. Copialb., II, S. 19; ohne Zeugen bei Falke, 1. c., S. 887, Nr. 334. ') Amelungsb.

Copialb., II, S. 40; die cit. westf. Zeitschr., S. 173. 8) Orig. Staatsarchiv zu Marburg (Lippoldsb. Urkk.).

- f) Zeitschr. d. hist. V. f. Nieders., 1S77, S. 30. >0) Wigand, Gesch. v. Corvey, I, 1, S. 327.

") Die cit. westf. Zeitschr., S. 174. l2 ) Dies. Zeitschr., XXXIX, 2. Abth., S. 10. 13 ) Dies. Zeitschr.,

XXXV, 2. Abth., S. 176, 185. M) Zeitschr. d. hist. V. f. Nieders., 1880, S. 52: 1881, S. 7, Nr. 23;

Falke, 1. e., S. 888; Harenberg, 1. c S. 1707, mit falschem Jahr 1274. 15 ) Falke, 1. c., S. 902, in Ver-

bindung mit der vorgen. Zeitschr. v. J. 1877, S. 71, Note 50. 16 ) Orig. Staats-Arch. zu Marburg

(Lippoldsb. Urkk. Cell. 798 b ). 1 7 ) Amelungsb. Copialb., II, S. 921; ungenau bei Harenberg, 1. c.,

S. 1696. ,8 ) Orig. St.-A. zu Hannover. (Kl. Fredelsloh.) l9 ) Vgl. Grote, Geschlechts- u. Wappen-

buch, D, 9, mit Harland, Gesch. d. St. Einbeck, II, Abbild., Taf. 10, Nr. 3. -°) Antiq. Goslar., S. 360.