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1 (1888) [Hauptbd.]
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lliaten der Stiftung bekundet habe, wurde aber vom Kurfürst]. Ober-Appellationsgerichtezu Cassel welches das erstinstanzliche Urlheil bestätigte durch Bescheid vom4. Juli 1859 abgewiesen.*)

Schliesslich sind noch zwei Legate für die Kirche in Bremke zu erwähnen, wovondas eine im Betrage von 90 Thlr. die Wittwe des Oberstlieutenants Heinrich von Uslar,Maria Magdalena geb. von Kotzenberg (St.-T. IV, Nr. 223) im Jahre 1732 mit derBestimmung stiftete, die Zinsen des Capitals in der in Beg. 1091 angegebenen Weisezu verwenden. Das andere, im Betrage von 300 Mark, ist durch Testament der FreiinElisabeth v. U.-G. (St.-T. IX, Nr. 4-89) der Kirche im Mai 1885 zur Anschaffung vonKirchenschmuck neben dem Geschenke einer Altarbibel aus dem Jahre 1763 und zweiergrosser Leuchter überwiesen worden. 2 )

Viertes Capitel.

Uie Patrizier von Uslar und ihre Verbindung mit der freiherrlichen Familie

von Uslar - Gleichen.

Je häufiger die Fehden waren, so lange das Faustrecht herrschte, desto mehrwurde es besonders seit dem Ende des 12. Jahrhunderts Brauch, dass solcheMitglieder begüterter Adels-Familien, welche vom Kriege mehr zu fürchten als zu hoffenhatten, ein Asyl in den stark befestigten Städten suchten, in welchen sie theils durchihre Verdienste, theils durch ihre mitgebrachten Güter, für sich und ihre Nachkommenin den Besitz der städtischen Aemter gelangten und unter dem Namen der Patrizieroder Geschlechter einen eigenen Stand bildeten.

Zu den bevorzugten Städten, welche zu diesem Zwecke gewählt wurden, gehörtedas blühende Höxter, wo um die Kirche des heil. Kilian schon früh mehrere AdeligeHäuser erworben hatten. 3 ) Als Besitzer eines dieser Häuser 4 ) treffen wir in dem erstenViertel des 13. Jahrhunderts einen Ludewicus dictus de Uslaria mit seiner aus dem an-gesehenen Geschlechte von Höxter (de Huxaria) stammenden Gemahlin Adelheidis, 5 )welche, weil sie kinderlos waren, im Jahre 1225 dem Cisterzienser - Kloster Amelungs-born zu ihrem Seelenheile vor dem Gerichte der Stadt ihr gesammtes gegenwärtigesund künftiges Vermögen vermachen, sich selbst nur den Niessbrauch für ihre Lebens-zeit vorbehaltend. 6 )

Dass dieser Ludwig v. U. unzweifelhaft den Uslar im Göttingischen angehörteund wahrscheinlich ein Bruder der Ritter Hermann II. und Ernst III. (St.-T. I) war,wird in seiner Biographie (s. Nr. 13) nachgewiesen werden.

Zehn Jahre später (1235) wiederholt Ludewicus als Bürger in Höxter mit seinerGemahlin diese Schenkung wiederum vor dem Stadtgerichte und unter dessen Siegel. 7 )

Auch dem Benedictiner - Nonnenkloster Lippoldsberg erwiesen sich die Eheleuteals Wohlthäter. Sie schenken ihm im Jahre 1234 sechs Hufen in Honegen in Thüringen,welche Ludwig für 79 Mark gekauft hatte, unter genauer Festsetzung der Verwendungder daraus gewonnenen Einkünfte. 8 )

Zuletzt kommt Ludwig 1237 als Zeuge in einer Urkunde des Stifts Neuenkirchen(nova ecclesia) bei Höxter vor. 9 ) Am 9. August 1253 war er schon verstorben; dennder Propst und Convent des Klosters Lippoldsberg nennt ihnpie memorie", als er andiesem Tage bezeugt, dass der dominus Ludewicus dictus de Uslaria et domina Adel-heidis uxor sua ihrer Kirche und ihrem Convente folgende Güter geschenkt habe: InThüringen 4 Hufen im Dorfe Honegen und ebenso viele in Nordgeismar unter der BurgSchönberg; eine Mühle ebendaselbst; die Hälfte des Zehnten in Bunninghem; 4 Hufenin Wanbike und die Fischerei daselbst, und ausserdem übernehmen sie die Bürgschaft

') Aus Akten des Familien-Archivs. 2 ) Deutsche Volkszeitung Nr. 3691 vom 2. Juni 1885.

:! ) Wigand, Gesch. von Corvey, 1, 1, S. 32(1 u. ff. L Scheidt, Nachrichten vom hohen u. niederen

Adel, S. 22. 5) Falke, Trad* Cörbej., S. 872. 6 ) Nach den in der Zeitschr. des hist. V. f. Nieders.

1877, S. 70, Note 40 bezeichneten Stellen des Amelungsborner Copialbuches im Landes-Hauptarchive zu

Wolfenbüttel. ") Zeitschr. cit., S. 99, Note 284 u. das dort gen. Copialbuch; Falke, 1. c., S. 890.

8) Lippoldsberger Urkk. Archiv, Cell. 802 e im Staatsarchive zu Marburg. 9 i Zeitschr. cit., S. 99,

Note 284.

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