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1 (1887)
Seite
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Sibirien zu begrüssen schien, lief Kapitän Baron Wrangell mit seinem „Krotky" inKronstadt wieder ein.

Der Kaiser Nikolaus besuchte das Schiff, unterhielt sich eingehend mit dem Kapitänund erwies ihm jetzt und auch in den späteren Jahren seine Huld und Anerkennung. Erwollte Wrangell zum Commandern- eines Linienschiffes ernennen, doch bereitete dieseAussicht dem damit Geehrten das grösste Entsetzen, da ihm der hiermit verbundene Gar.nisondienst auf dem Lande und der maritime „Gamaschendienst" eine ebenso unbekannteals widerstrebende Sache war. Er sprach seinen schuldigen Dank für die ihm zugedachteEhre aus, bat aber zugleich, ihm lieber eine Fregatte anstatt eines Linienschiffes zutheilenzu wollen. Sein Wunsch wurde genehmigt, indem er zum Commandern' der Fregatte„Elisabeth" ernannt und mit ihrem Bau betraut wurde. Für die auf der Reise um die Weltverbrachten zwei Jahre und für die von Erfolg gekrönte Ausführung des ihm übertragenenAuftrages wurde Baron Wrangell 1827 mit dem St. Annen-Orden H. Klasse belohntund befohlen, dass die auf der Expedition verbrachte Zeit doppelt anzurechnen und dasvon ihm bezogene Gehalt in eine Pension umzuwandeln sei. Wenige Tage nach diesenBelohnungen avancirte Baron Wrangell zum Kapitän zweiten Ranges und wurde Mit-glied des gelehrten Comite beim See-Ministerium.

Als solches Mitglied veranlasste er die Einführung eines grösseren Geschütz-Kalibersbei der Flotte. Im Spätherbst 1828 traf die Fregatte „Elisabeth" in Kronstadt ein, beiwelcher Gelegenheit Wrangell zum Commandern- einer combinirten Brigade und zumPräses der kriegsgerichtlichen Untersuchungs-Commission ernannt wurde.

Im Jahre 1829 avancirte er zum Kapitän ersten Ranges und ward zum Oberver-waltenden der russisch-amerikanischen Compagnie ernannt.

Schon während der Zeit des Baues und in der darauf folgenden, die er in Kron-stadt verlebte, wo er an der russischen Ausgabe seiner Polar-Expedition arbeitete, sehntesich Wrangell nach einem eigenen Hausstand, um nach so bewegtem, anstrengendemLeben Geist und Herz zu erfrischen. Aber ohne Vermögen und einzig auf den Dienst-gehalt angewiesen, war er nicht im stände eine Familie zu ernähren. Er besprach dieseseine Sorge mit seinem alten Gönner, dem Admiral Murawjeff (ehemals Gouverneur derrussisch-amerikanischen Colonie), der mit grosser Theilnahme sich auch für die persön-lichen Angelegenheiten Wrangell s interessirte. Auf seine Empfehlung hin wurde demBaron Wrangell bald darauf von der russisch-amerikanischen Compagnie (ein Institutähnlich dem der englisch-ostindischen Compagnie) die vom Admiral Murawjeff inne ge-habte Stellung angetragen, die von einem Regierungsbeamten, der für die Dauer vonfünf Jahren aus dem activen Dienst entlassen wurde, besetzt werden musste. Wrangellwurde im Frühling 1829 zum „General-Gouverneur der amerikanischen Colonien" mit demCharakter eines Kapitäns ersten Ranges vom Kaiser bestätigt.

Nun galt es eine Frau zu finden, welche die idealen Vorstellungen und Ansprüche,die der nun vierunddreissigjährige Mann an eine Lebensgefährtin stellte, befriedigen,und zugleich so muthig und entschlossen sein musste, ihm sofort auf einer gefahr- undmühevollen Reise in ein ganz uncultivirtes, so gut wie verschollenes Land zu folgen, in wel-chem man beispielsweise nur einmal im Jahr Nachricht aus der Heimath erhalten konnte.