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wer der Strafe entfloh, sollte, wenn er ergriffen würde, sofort nach Dorpat oder nachder nächsten Festung gefänglich eingebracht werden. Der Brnder des Entleibten hattefür jede derartige Ergreifung eine Belohnung ausgesetzt. 1 )
8. Bernhard (Benul) Reinhold von Wrangeil,
Sohn von Bernhard Johann (5), befand sich von 1670 bis 1672 auf der Akademie zuBernau, die er aber mit Schulden verliess. Diese hatte er nach einem Oberlandgerichts-Urtheil im Jahre 1687 noch nicht getilgt.
Amtlich finden wir seinen Namen zunächst in den Huldigungsakten der esth-ländischen Ritterschaft zu Eeval 1690 anlässlich der Thronbesteigung des Königs Carl XI.aufgeführt 2 ) und zwar unter den Eingepfarrten des Kirchspiels Jewe, wohin damals dasGut Lagena gehörte, dessen Besitzer er war und als solcher in den Landrollen von1715 bis 1716 und 1720 eingetragen ist. 1687 war Bernd Reinhold Rittmeister, 3 )später Major; 4 ) er wurde 1687 vom fiscalischen Commissarius beim Oberlandgericht zuReval wegen einer Gewaltthat verklagt. 5 ) Am 12. März 1678 lebte er auf Toickfer,jedoch nur als Immissarius der Frau Anna Dorothea von Wrangel, Wittwe desMajors Wolmar von Wrangel; 1693 aber als Besitzer daselbst. 0 ) Am 28. October 1683unterschrieb er sich als Zeuge. 7 )
Am 3. Februar 1687 schiesst der Rittmeister Bernd Reinliold von Wrangeilseiner Schwiegermutter Dorothea von Hastfer, Wittwe des seligen Mannrichters Jürgenvon Maydel, zu des letzteren Beerdigung 120 Reichsthaler vor. 8 )
In einer Streitsache wider Jürgen von Maydel in betreff der Güter Tockumbeckund Toickfer richtete Anna Dorothea von Wrangel, Wittwe des Majors Wolmarvon Wrangel (XIIA 7), an das dörptsche Hofgericht das Gesuch, den genannten vonMaydel zu citiren. Nicht nur bei dieser Gelegenheit fungirte Bernd Reinhold vonWrangell neben dem Schwager dieses Maydel, sondern auch am 31. März 1690 beimerlassenen Abschiede wurde er vor das Gericht geladen, wobei er sich „Rittmeister"titulirt.
Als der Ritterschaftshauptmann Freiherr Ernst Stael von Holstein um Entlassungaus seinen Functionen bat, wurde von den Lanclräthen und dem Gouverneiu - eine Zu-sammenkunft der in der Stadt Reval anwesenden Ritterschaft zum 5. März 1706 an-gesetzt. Bei der am folgenden Tage angesetzten Neuwahl wurden von den königlichenLandräthen drei Kandidaten vorgeschlagen, von denen die Ritterschaft den Major BerndReinhold von Wrangell auf Lagena einmütliig erwählte. 9 ) 1707 präsidirte er alsRitterschaftshauptmann, als der Ritterschaft mehrere Gnadenacte vom Könige von Schweden
!) Siehe das in dieser Sache ergangene und in den livländischen Landes-Ordnungen p. 719 "bis 722 abgedruckte gouverneraent-liche General-Patent; Gadebusch mscrpt.
2) Das der Unterschrift beigefügte Siegel zeigt hier die Mauer zwischen den Adlerflügeln als Helraschmuck.
3) Toll, Briefl. II 2, Nr. 910.
4 ) Esthländisclie Ritterscliafts-Akten, Landsachen.
5) Oberlandgerichts-Protokoll 1G87.
6 ) Moritz von Wrangell, Sammlung; K.-B. Torma; Ritterschafts-Archiv Reval Nr. 89, p. 516.
7) Lude, Briefl. T. VIII, Nr. 277.
8) von Toll, Briefl. 112, p. 920, Nr. 910.
9 ) Protokoll im esthländischen Ritterschafts-Archiv, Landsachen Band 1; Russwurm, Geschichte Stael-Holstein, p. 141, Nr. 193;p. 148, Nr. 210.