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1 (1887)
Seite
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Den andern Tag wurde ich zum Oberbefehlshaber Paskewitsch zu Mittag einge-laden, was für mich als Oberoffizier selten geschah. Für die Affaire von Kars wurde mil-der St. Wladimir-Orden IV. Klasse mit der SchleifeQ zu theil und am andern Tage bezogich die hoch über die Stadt ragende Citadelle. Hier fanden wir viele alte türkischeMunition, aber auch eine Unordnung sondergleichen.

In derselben Zeit brach die Pest aus und es starben in der Nacht drei Soldatenvon meiner Compagnie. Am andern Tage wurden strenge Massregeln ergriffen der Krank-heit vorzubeugen — ich wurde mit meinen Leuten ganz abgesondert, jede Verbindungwar streng verboten, Schildwachen mit scharfgeladenem Gewehr ausgestellt. Alle Truppen-Abtheilungen hatten dasselbe zu thun. Das ganze Corps lagerte zu beiden Seiten des FlussesKarsphai. Die Marketender wurden auf Inseln des Flusses placirt, wo beim Kauf die zuempfangenden Esswaaren und Geld durch Essig gezogen werden mussten. Was sich dieSoldaten an Sachen beim Sturm angeeignet, wurde durchsucht und verbrannt. Durchdiese Vorsicht und Strenge hörte die Pest schneller auf und wir konnten schon MitteJuli nach der Festung Ahalkalaky marschiren. In dieser Zeit wurden alle, vom Ober-befehlshaber bis auf den letzten Soldaten täglich nackend besichtigt, die Kleidungengingen in die Quarantäne und währenddessen badete man im Fluss. Mit Chlor durch-räuchert erhielten wir unsere Sachen zurück.

Zu der Abtheilung, welche die sogenannte Festung oder richtiger das befestigteSchloss Ahalkalaky belagern sollte, gehörte auch das 42. Jäger-Regiment, welchem ichzugetheilt, war. Das Schloss lag sehr vortheilhaft für uns auf einer Halbinsel von zweiBergströmen gebildet, die sich hier vereinigten und hohe Felsufer hatten, wodurch wirdie ganze Befestigung übersehen und sie völlig beherrschend, beobachten konnten, wie dieLeute in der Stadt auf ihren flachen Dächern umhergingen. Am Abend rückten wir beimDunkelwerden ohne Flintenschuss vor die Mauern, obgleich die Feinde auf uns schössen.Unser Verlust war unbedeutend. Die Festungsmauer war mit Naphta oder Gas er-leuchtet; an den Zacken derselben waren starke Balken angebracht, die mit Steinenbeladen auf uns geschleudert wurden. Die Stelle, auf der wir uns befanden, bestandaus weicher Erde, wodurch wir unsere Batterie schneller auffahren konnten. Die 'er-leuchteten Mauern begünstigten sehr unsere Arbeit. Bei Tagesanbruch war die Arbeitfertig. Währenddessen war es in der Festung todtenstill, so dass viele glaubten, derFeind sei geflüchtet. Es wurden Wetten entrirt, auch ich wettete mit dem OberstMikloschefsky auf eine Flasche Champagner, denn ich behauptete, dass der Feind nochin der Festung zu finden sei. Es wurde hell und der Mulla rief zum Gebet und mit demletzten Worte fiel der erste Kanonenschuss. Ich rief: „Ich habe gewonnen!" und nunging es in die Schlacht. Neben uns traf die Kanonenkugel einen Artilleriekasten undalle lachten beim Knall und riefen: „Das ist der Champagnerpfropfen." Das Kanonen-feuer wurde auf beiden Seiten heftiger und bald waren die feindlichen Kanonen demontirtimd die Garnison fand keinen Winkel zur Deckung.

Unsere Offiziere und Soldaten sahen aus der Höhe zu, wie die armen Verzweifeltensich zu den Mauern drängten, die sie dadurch zu erklettern hofften, dass grosse Schutt-

Was jetzt die Sclrwerter sind: laut Ukas vom 6. December 1828.

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