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1 (1887)
Seite
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Schuh niediger als zuvor wieder eingesetzt, damit sie den Wappen der Königin nichtgleich ständen. Mehrere dieser Wappen sind gegenwärtig noch vorhanden und zwei der-selben am Thurme des Oberthores eingemauert, und zwar beide in gleicher Höhe, wosie, nachdem sie lange im Bürgerhof gestanden, erst im Jahre 1834 wieder angebrachtwurden.*)

Schliesslich sei noch bemerkt, dass der Feldmarschall der Gilde der Schwarz-häupter in Reval im Jahre 1670 einen grossen silbernen Pokal verehrte. Derselbe ist62 Centimeter hoch, hat einen Durchmesser von 16 x / 2 Centmieter und ein Gewicht von5214 Loth. Der Pokal befindet sich noch heute im Hause dieser Gilde. Es ist diesesGeschenk ein Beweis des grossen Reichthums des Grafen.

Nachdem der Feldherr seine vollständige Entlassung erhalten hatte, begab er sichnach Spyker. Er hielt sich hier gern auf, wozu der Propst und Pastor zu Bobbin,Joachim Pagenkop, viel beitrug; dieser gelehrte Mann und angesehene Prediger hattesich die Gnade des Reichsfeldherrn dermassen erworben, dass dieser ihn gern um sich sah.

Was nun das Lebensende des Feldherrn Carl Gustav Graf Wrangel an-betrifft, so finden sich hierüber verschiedene Angaben. Einige berichten, dass er infolge derschweren, in den letzten Jahren gehabten Krankheit in der Nacht zwischen dem 24. und25. Juni 1676 gestorben sei und zwar gegen 12 Ulm, nachdem er zwei Tage nicht mehrhabe sprechen können, wie dies von seinem Hofprediger und anderen Hofbedienten bestätigtwird; andere lassen den Tod am 14. Juni 1676 zu Spyker auf Rügen erfolgen; wiederandere berichten, dass er infolge richterlichen Spruches seinen Tod durch das Schwertgefunden. Gauhen 2 ) verlegt den Todestag auf den 28. November 1676 ebenfalls nach Spyker.

Der Leichnam wurde von des Grafen Hofmeister, Herrn von Bäckhusen, nachSchweden gebracht und nicht eher als am Christmonat 1680 zu Stockholm begraben, ohnePracht und ohne militärische Bedeckung. Der König und beide Königinnen folgten derLeiche in Karossen und die Reichsräthe zu Fuss.

Es war dies das letzte grosse Leichenbegängniss. Denn einem Reichstagsbeschlussezufolge sollte die Leiche am Abend vorher nach der Kirche gebracht, des Mittags aufdie Bahre gelegt, um zwei Uhr sollte dann geläutet, nachher eine Predigt gehalten undhierauf der Körper eingesenkt werden. Wenn dieses geschehen, sollte alles nach Hausegehen. Auf diese Art wurde zuerst am 14. Christmonat der Reichsrath und PräsidentKnut Kuck bestattet. 3 )

In der Abhandlung: „Der Bischof-Roggen" von Julius von Bohlen (Stralsund 1850,Löfflersche Buchhandlung) findet sich eine wohl mehr als Gerücht oder Sage anzusehendeAnmerkung, wonach wegen des 1674 und 1675 gegen den Grossen Kurfürsten erfolglos ge-führten Krieges der Feldmarschall in Ungnade gefallen, ihm der Oberbefehl genommen, zuAnfang des Jahres 1676 an den Grafen Otto X. Ivönigsmarck übertragen worden und CarlGustav Graf Wrangel fast wie zur Wer antwortung nach Schweden berufen worden sei.

1) Clironik von Schweinfurt.

2) Gauhen, Adels-Lexicon, Tli, II. p, 190S—1912 ad Art. des oben Genannten, entnommen aus: Butkers, Tropliees de Brabant,Supplem. Tom. 1. p. 428. — Pufendorff: de Rebus gestis Caroli Gustavi Regis Svecial; item vom deutsch-schwedischen Kriege. —Theatrum Europaeum und Chemnitz; vom deutschen Kriege. — Locrenii Historia Suecial; Beschreibung von Schweden p. 776.

s ) Gadebusch, Mscrpt. Band 3 p. 333.

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