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1 (1887)
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Rügenden Einfluss auf so gelockerte Zustände ausüben; gegen seinen vielfach motivirtenRath und trotz seines Widerspruches war dieser Krieg begonnen, und ungeachtet seinerernsten Krankheit und seiner wiederholten Abschiedsgesuche musste er den Oberbefehlübernehmen und fortführen, was unter solchen Umständen natürlich nur mit dem grösstenWiderwillen geschehen konnte. Jetzt bat er nun dringend, dass man ihm wenigstenszwei Reichsräthe zu seinem Beistande senden möge.

Oer grösste Theil der Generale war krank oder dienstunbrauchbar und viele Offi-ziere gaben in Briefen an den König offen ihren Unmuth zu erkennen.

Indess der Zwiespalt der Parteien in Schweden trieb sein Spiel weiter fort undso geschah es denn, dass nicht blos die Flotte thatenlos zurückkehrte, sondern auch,dass man den Reichsfeldherrn durchaus ohne alle Unterstützung liess, und so ging dennWolgast und bald auch der grösste Theil von Pommern verloren, wodurch Stralsund vonSchweden isolirt wurde. Auch Wismar fiel; der damalige Commandant, Feldmarschall-lieutenant Gustav von Wrangel (VII 2), wurde deshalb zur Verantwortung gezogen.

Oer kra nk e Reichsfeldherr, ohne Verstärkung, ohne Geld, hatte sich währenddessen nach Stralsund begeben und war von hier nach Rüden gegangen, um die ersehnteFlotte dort abzuwarten. Königsmarck vertheidigte in dieser Zeit das Defile von Dam-garten sehr tapfer gegen die Dänen und Mardefeld sollte Wolgast halten, doch letztererverliess für seine Person diesen Posten beim Herannahen des Kurfürsten, welcher nunWolgast ohne Schwierigkeit nahm. Oer Commandant des Ortes, Mardefelds Schwieger-sohn, wurde deshalb später vor ein Kriegsgericht gestellt und zum Tode verurtheilt; esgelang ihm indess aus seinem Gefängniss zu entfliehen.

Endlich ergriff Carl XI. selbst mit starker Hand die Zügel der Regierung. Inallen Branchen wurden strenge Untersuchungen anbefohlen und infolge dessen auchMardefeld, Wolmar Baron von Wrangel, Stahl und Wangelin vorgeladen.

Indess der König drang ungeachtet seiner Energie nicht durch. Pommern erhieltkeine Unterstützung, so dass der Feind dort nach und nach immer mehr vordrang. Daerfüllt endlich der König den öfters ausgesprochenen Wunsch des Grafen Wrangel, in-dem er ihn vom Obercommando entbindet, gleichzeitig verabschiedet er Mardefeldund übergiebt dem Grafen Königsmarck das Commando in Pommern.

Hiermit hatte unser Carl Gustav Wrangel Graf zu Salmis seine militärischeMission beendet und konnte nun in stiller Zurückgezogenheit leben, was bei seinemschweren Podagraleiden ein dringendes Erforderniss geworden war.

Zur Ergänzung sei noch erwähnt, dass der Feldmarschall auf seinen zahlreichenReisen auch nach Paris gekommen war.

Carl Gustav Graf Wrangel war sehr reich, da ihm viele Dotationen in er-heblichen Summen zugefallen waren. Aber er gebrauchte nicht blos viel für sich, sondernwar auch freigebig und wohlthätig gegen seine Familienmitglieder. So übernahm er dieVormundschaft über die Kinder seines Vetters, des bei Triebel 1647 gefallenen schwedi-schen Generals Helm von Wrangel (III 41), und kaufte für jeden nachgelassenen Sohnein Arrendegut in Mecklenburg für je 2000 Thaler.