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1 (1887)
Seite
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Im Jahre 1633 finden wir sodann Hermann von Wränge 1 unter den schwedi-schen Reichsräthen, welche die Leiche des bei Lützen gefallenen Königs an der Küsteder Ostsee in Empfang nehmen, um solche nach Schweden überzuführen.

Die Leiche Gustav Adolfs war aus Sachsen (Weissenfeis) in einem grossartigenTrauerzuge nach Wolgast gebracht worden. Im dortigen Hafen lag Gyllenhjelm mit derschwedischen Flotte, welche den entseelten Körper des Königs nach dem Vaterlande zu-rücktragen sollte, bereit. Am Strande hatte sich eine grosse Menschenmenge zusammen-gefunden, auch eine Anzahl fürstlicher Personen war erschienen; unter ihnen die Königin-Wittwe Maria Eleonore nebst Bruder, Schwester und mehreren anderen Verwandten.Von den anwesenden Reichsräthen werden namentlich Hermann von Wrangel, AkeTott, Johann Baner, Gabriel Oxenstjerna und Stern Bjelke genannt.

Am 15. Juli wurde die Leiche in feierlichem Zuge aus der Stadt getragen, umvon der harrenden Flotte aufgenommen zu werden. Am Gestade hielt noch Stern Bjelkeeine tiefergreifende Rede, worin er daran erinnerte, wie der König vor drei Jahren andieser Küste ans Land gestiegen sei, selbst voll Muth und froher Hoffnung, begleitet vondes Vaterlandes Segenswünschen, empfangen von Deutschlands erwartungsvollen undsegnenden Blicken. Nun sehe man dieselbe Flotte an derselben Küste und ungefähr umdieselbe Stunde; aber dieses Mal, um die Ueberreste des gefallenen Helden von demtrauernden Deutschland nach dem trauernden Vaterlande zu führen.

Die Reise ging glücklich' von statten und am 8. August langte die Flotte inNykjöping an. l )

Da der altmärkische Waffenstillstand zu Ende lief und Frankreich, England nebstBrandenburg auf einen Frieden oder längeren Waffenstillstand mit Polen drangen, soward Hermann von Wrangel schon 1634 zum Bevollmächtigten in dieser Angelegenheiternannt, die Unterhandlungen nahmen indess erst 1635 ihren Anfang.

Am 2. December ward der Stuhmsdorfer Waffenstillstand auf 26 Jahre verlängert.Durch denselben erhielt Polen alles znrück, was Schweden bisher in Polen inne gehabthatte. Ueber diese Abmachung war man in Schweden ungehalten. Der König Wladislaussuchte infolgedessen von Wrangel auf seine Seite zu ziehen, doch vergebens.

Stolz auf seine Thaten und auf sein Ansehen, entzweite sich Hermann von Wran-gel mit Johann Baner, was jedoch die Veranlassung war, dass er das Heer verliessund nach Hause reiste.

Hier fasste er, ohne indess Erwiederung zu finden, Zuneigung zu Fräulein Mar-garetha von Stenbock. Da er zweifelte, dass sein Alter an der kühlen Haltung desFräuleins schuld sein könne, vielmehr vermuthete, ihm stehe der dänische GesandteMinister Kundsen im Wege, fasste er den Entschluss, demselben eine Lection zu er-theilen. Als von Wrangel vor dem Stockholmer Schloss dem Minister einst begegnete,wurde ersterer so erbittert, dass er seinen Stock auf Kundsens Kopf zerschlug und einemTrabanten das Schwert entriss, um seinen Nebenbuhler damit zu durchbohren, woran erindessen von Axel Baner verhindert wurde.

!) Fryxell, a. a. 0. p. 309.