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1 (1887)
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Da Mecliel von Wrangel sich bei dem Feinde in Russland häuslich niedergelassen, sohabe, wie aus dem königlichen Schreiben d. d. Stockholm 1594 ersichtlich,sein seligerVater sich durch ordentliche Mittel der Obrigkeit die Güter einräumen lassen". DieKläger hätten dieses alles ruhig geschehen, und seinen Vater sowie auch später dessenWittwe das Gut bis jetzt (1618) ruhig besitzen lassen, wodurch seine Mutter billigerWeise das Eigentliunisrecht am Gute erlangt hätte. Fromhold von Lode entsagte hieraufallen Ansprüchen auf das Gut. Das Urtheil wurde am 15. März 1619 gefällt. Nach dem-selben waren, wie wir früher bereits gesehen, in dieser Angelegenheit wegen des Hofesund Gutes Patz schon den 7. Juli 1586 und den 8. Juli 1591 Urtheüe publicirt worden,welche d. d. Stockholm, den 7. Juni 1594 ratificirt worden waren. Der Gerichtshofbestätigte die früheren Urtheile und erkannte, dass die Beklagte sowie alle ihre Erbenwolilbefugte und mit Recht eingewiesene Besitzer des Hofes und Gutes Patz seien.

Das Urtheil gründete sich namentlich darauf, dass Mecliel von Wrangel frei-willig nach erledigter Gefangenschaft bei dem Feinde geblieben und daselbst unter Verlassenihres Vaterlandes gelieirathet. Nach Ludwig von Erlinghausens gegebenem und confir-mirtem Gnadenrechte habe sie sich auf diese Weise der Erbschaft verlustig gemachtund sei daher von IJastfer als der nächste Blutsverwandte vollständig befugt gewesen,das Gut zu veräussern.

2. Hermann von Wrangel, 1 )

Sohn von Hans (1), wurde am 29. Juni 1587 in Livland geboren und führte zu seiner nähernBezeichnung zum Unterschiede von seinem Oheim (in 21) den Beinamender Jüngere".Er widmete sich von Jugend auf dem Kriegsdienste, den er bis kurz vor seinem Todenicht verlassen hat. Seine militärischen Leistungen im livländischen, sowie im polnischenKriege unter dem König Carl IX., dann auch im dänischen, polnischen und deutschenKriege unter Gustav Adolf und der Königin Christine haben ihm einen Platz unter dengrössten Kriegshelden des schwedischen Reiches gesichert. Ueber den Beginn und dieersten Thaten seiner militärischen Laufbahn ist uns leider nichts überliefert worden. Dieerste Nachricht über ihn sta mm t aus dem Jahre 1608, wo er bereits Rittmeister in derOestgöta - Cavallerie ist. In derselben macht er in den Jahren 1609 und 1610 unterdem schwedischen General de la Gardie den Feldzug gegen die Moscoviter mit.

Als nach einer langwierigen Belagerung Iwangorod genommen worden war, wurdeHermann 1612 Commandant dieser Festung. Gleichzeitig bei seiner Ernennung wurdeer zu der Königlichen Leibfalme versetzt. Noch in demselben Jahre wurde er von denDänen bei Wittsjö gefangen, wo die Schweden von George yeni Brahe am 8. Hornungüberrumpelt wurden, als eben der König mit Wrangel Karten spielte.

Hier bei Wittsjö war es, avo sich Hermann von Wrangel zum ersten Mal her-vorragend auszeichnete, indem er den Kirchhof so lange vertheidigte, bis der in grosserNoth und Bedrängniss sich befindende König Gustav Adolf Gelegenheit fand, sich vor dergrossen Uebermacht der Dänen zurückzuziehen. Der König brach hierbei im Eise ein undAvard von Pelm vjjn Bauer (Banner ) und dem Reiter Thomas Larson mit eigener Lebensgefahr

i) Stjernmann, Matr. p. 95: Hupel, N. M. XV p. 342, XVI, XVII: Urk. 18, 19 p. 478 ff.