Hermann von Wrangel, nachdem er sein Anrecht auf die Besitztliiimer nachgewiesen,im Besitz derselben zu belassen sei.
An demselben Tage wird noch ein zweiter Prozess der beiden genannten Clientenwegen Mayentaken abgeurtheilt; nur tritt hier Hermann von Wrangel als Klägergegen Anna geborene von Piesenhausen auf.
Letztere hatte auf unrechten Bericht" hin den Hof Mayentaken eingenommenund alle Einkünfte daraus bezogen. Die Verklagte wies jedoch ihre Beeilte auf diesenHof nach, so dass Hermann von Wrangel mit seiner Klage abgewiesen wurde.
Eine Wiederholung der Klage wegen des Hofes Kappel und des Hauses aufdem Dom zu Beval im Jahre 1617 hatte am 5. Februar ein gleiches Urtheil des Mann-gerichts zu Beval wie am 19. Januar 1615 zur Folge.
Nach einem Prozessactenstücke ohne Datum hat er, nachdem er sein Vermögeninfolge seiner treuen Dienste, die er der Krone Schwedens geleistet, bei der OccupationLivlands durch die Polen verloren, erhielt solches aber 1623 ersetzt, so dass er im ständewar, sich kurz vor seinem Tode wieder in den Besitz der alten Stammgüter Ellistferund TOlsburg zu setzen. 1 )
Im Jahre 1616 hatte Heinrich von Lohe, Bürgermeister der Stadt Beval, den Holund das Gut Lodensee an George Heideman erblich verkauft. Hermann von Wrangelder Aeltere glaubte jedoch einen Anspruch auf diese Besitzungen zu haben und denKauf verhindern zu können. Der Bürgermeister ermahnte ihn, sich dem Verkauf nichtentgegen zu stellen, da er für die Berechtigung zu diesem die Papiere und richtigen Beweis-mittel in den Händen habe; worauf Hermann von Wrangel jedoch einwandte, dass seinenoch bei ihm wohnende Mutter die nächste Erbin zu dem Gute Lodensee sei, weil solchesihrem seligen Bruder zugehörig gewesen. Wrangel hatte, als er erfuhr, dass von Lohedas Gut anderweitig verkaufen wolle, den Kauf im Namen seiner Mutter „beigesprochen",theilte der letzteren alles mit und überliess ihr, sich mit dem Bürgermeister von Lohezu streiten. 2 )
Hermann von Wrangel war zweimal verheirathet, und zwar: a) mit Wilmuthvon Anrep aus dem Hause Kockixll, Tochter des Adolf von Anrep und der Euphemiavon Nieroth aus Kaiofer und b) mit Elisabeth von Taube (Schwester Bobrechts vonTaube), welche 1649 starb.
Letztere lag 1636 wegen des Gutes Sage mit der Wittwe des Heinrich von Paykullin Streit. Der Landrath Otto von Wrangel (XI 2) suchte denselben durch Unter-handlung beizulegen und erreichte es auch, dass ein Vergleich zwischen beiden Par-teien zu stände kam. 3 )
Elisabeth starb auf dem Gute Kelp, wo auch ihr Naclilass verblieben ist. Ihr Erbewar ihr Schwiegersohn, der Mannrichter Georg von Uexkixll. Als am 2. Mai 1665 dieGebrüder von Lode aus Itfer Ansprüche an diesen Naclilass erhoben, gab Georg von Uexkülldas Inventarium eidlich auf und verglich sich gütlich mit den Prätendenten, zumal auch
1) Gadebuscli. Bd. 16, Bd. 11 p. 111: Lude Briefl. Th. VIII Nr. 44, «.
'•*) Johann Elers Protokollbncli Bd. VIII: Ritterscliafts-Archiv in Beval p. 231.
3 ) Protokollbncli; Ritterscliafts-Archiv Beval X11A p. 232.