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1 (1887)
Seite
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der Ritterschaft, der Städte und der Gemeinden ein Rezess wegen mehrerer vom Erz-stift Riga und den anderen Stiften und ritterlichen Orden, Ständen und Städten einge-laufener Beschwerden erlassen wurde. 1 )

Als am 19. September 1555 dem Johann Düker das Geleit wegen eines Todtschlagesgesperrt ward, war diese Sperrung durch den Bürgermeister Johann Pepersack in Revalund den ehrbaren Bürger Evert von IVran gel veranlasst worden. -)

Hamen und Wirland waren im Jahre 1560 wieder von den Moscovitern mit Rauben,Morden und Brennen heimgesucht worden. Als nun von dem Meister in Livland wederEntsatz noch Hilfe zu erwarten war, sandten die Räthe und die Ritterschaft dieserLänder am 12. Juni eine Deputation an Herzog Magnus, um sich diesem zu unterwerfenund von ihm Hilfe zu erbitten, welche ihnen auch zu theil wurde, indem sich Magnusan den König Friedrich II. von Dänemark wegen Unterstützung mit Geld und Kriegsvolkwandte. Die Deputation an den Herzog bestand aus Reinhold von Rosen aus Allo, Evertvon Wrangel zu Sage und Hermann Nieroth zu Cappel. 3 )

Im Jahre 1561 leistete Evert dem König von Schweden den Eid der Treue undstand von da ab in schwedischen Diensten. Er wird noch einmal im Jahre 1567 erwähnt,und zwar als Manngerichts-Assessor in Wirland. 1586 ist er bereits verstorben.

29. Helmold von Wrangel,

Sohn von Jürgen (12). Er ererbte von seinem Vater Wrangeishof (Hof zu Wrangel)bei Wolrnar und kaufte am 17. August 1519 von Brun Tynsen, Brakelmess Sohn, denErbnamen am Hof Boyentacke und die Dörfer Boyentacke, Mestküll und Sineon mit derMühle im Kirchspiel Reywill (Stift Dorpat). Wegen der treuen Dienste, welche er demBischof Johann und der Kirche geleistet, bestätigte dieser den Kauf. Im darauffolgendenJahre brachte er auch noch Halicht, das seinem zweiten Stiefsohne Jürgen von Krüdner,Hansens Sohn, gehörte, durch Kauf an sich.

Wie wir bei seinem Bruder Berthold gesehen, wird er schon 1499 in dessenSchuldbrief genannt; aber auch in anderen Urkunden wird seiner noch mehrfach Er-wähnung gethan. So ist er am 26. Juni 1536 Beisitzer im dorpatschen Manngericht, inwelchem Szoye Zeugen vernehmen lässt wegen der Erbtheilungs - Verhandlungen desAlbreclit von Rosenhagen und der Wittwe seines Bruders.

Helmold starb 1550.

Nach seinem Tode vertrugen sich am 6. Mai 1550 seine Söhne Johann (40) undJürgen (41) brüderlich. Ersterer nahm den Hof zu Wrangel und verpflichtete sichseinem Bruder Jürgen 6000 Mark rigisch in gewissen Terminen zu zahlen und am27. Mai erhielt Johann von seinen Brüdern Jürgen und Wolmar (42) den Hof zuWrangel gerichtlich überwiesen, welcher jedoch später in den Besitz des Wolmarüberging, der ihn 1583 besass und am 12. Mai dieses Jahres den Verlust der sämmtlichenSiegel und Briefe über diesen Hof anmeldete, welche in den schweren Kriegszeiten ver-loren gegangen waren.

i) Ungedruckte Urkunden im Ritterseh.-Archiv Reval.

'J) Geleithuch der Stadt Reval p. 264.

•*5) Archiv für Gesch. Livlands, Estlilands und Kurlands von Schirren, Bd. IX p. 353.

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