— 46 —
in Holland (Tab. VI Anhang) ein ganz gleiches Wappen. Wir linden nnr in der Liniezn Abellen eine Vermehrung beim königlich preussischen General-Feldmarschall FriedrichFreiherr von Wrangel (Tab. XX 58) vor.
Wie schon angeführt, hat sich das alte angestammte Geschlechtswappenin unveränderter Weise bis jetzt als Stammwappen erhalten; nur die Linien zu Eaick(Tab. X) und zu Sauss, Köndes, Maydel (Wrangelstein) (Tab. XIV) und zu Sag undWaschel (Tab. XVII) haben den Helmschmuck dahin verändert, dass sie auf jeden silber-nen Flügel den schwarzen gezinnten Balken gelegt. Die Veranlassung hierzu hat nichtermittelt werden können,
Das Geschlechtswappen ist, wie es uns Moritz von Wrangeil mittheilt, eineschwebend dargestellte schwarze Mauer mit drei Zinnen in silbernem Felde; den gold-gekrönten Turnierhelm ziert ein silberner Flug mit einer dazwischen schwebendenwiederholten Mauer. Die Helmdecke ist schwarz und silbern. 1 )
Der gezinnte Balken im Schilde lehnt sich bald an den Schildrand, bald steht erganz frei (schwebend). Die ältesten Siegel im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundertstellen die Mauer bis an den Schildrand dar, so dass der ganz frei schwebende Balkenerst später angenommen zu sein scheint.
Das älteste von Wrangeische Siegel, welches bis jetzt aufgefunden, stammtvon Woldemar Wrangel und hängt an dem im Jahre 1319 geschlossenen Vertragevon der Stadt Riga mit Johann. 2 ) Das Schild ist triangelförmig und ruht auf derschärfsten Spitze; die Wappenfigur stellt eine Mauer mit drei Zinnen vor und hat weiterkeine Verzierung. 3 )
In dem Siegel des Vicko Wrangel, welches an einer Urkunde von 1383 (dieEinäscherung Hapsals betreifend) hängt, ist das Schild unten zugerundet und enthält eineMauer. 4 ) Solche Siegel kommen bis zur Mitte des siebzehnten Jahrhunderts vielfach vor,wo sie den kleinen Siegelringen Platz machen, welche wiederum durch die bei den statt-gehabten Naturalisirungen oder erfolgten Standeserhöhungen in Schweden den verschie-denen Zweigen dieses Geschlechts ertheilten Wappen verdrängt worden und in der Mittedes achtzehnten Jahrhunderts ganz ausser Gebrauch kommen. Die derzeitigen Siegelsind nach den verschiedenen Häusern angezeigten Wappen bestimmt und danach zuunterscheiden. 5 )
!) Zu bemerken ist, dass die Geschlechter von Löwenwolde, von Eng des und von Berg aus dem Hause Kandel,Cannes und Jöggis in Esthland, sowie mehrere andere im In- und Auslande befindliche Familien Wappen führen, welche dem desGeschlechts von Wrangel ähnlich sind und sich nur durch die Tinkturen unterscheiden.
Ritter Jacob Leuenwolde (1516—1557) änderte sein Wappen dahin, dass er eine rotlie Mauer in Gold annahm und statt deseinen schwarzen Flügels einen rotlien einführte.
Die oben genannte Familie von Berg hat einen senkrecht getlieilten Schild, dessen rechte Hälfte einen schwarzen Adler inBlau, die linke Hälfte dagegen eine rotlie dreizinnige Mauer in Silber führt. Auf dem Helm erheben sich auf einem schwarz-blau-weissenBund zwei schwarze Adlerflügel, die beide mit der rothen dreizinnigen Mauer belegt sind.
Bei den von Eng des sind die Schild- und Helmdeckenfarben mit den von Wrangeischen gleich; es ist jedoch ein ganz andererHelmschmuck vorhanden, nämlich eine silberne halbe Bracke.
Endlich unterscheidet sich das Wappen der Familie von Rewter in Ostpreussen nur dadurch von dem von Wrangei-schen, dass die Mauer im Schilde bei dem Wappen von Rewter schräg von links unten nach rechts oben liegt und der silberneAdlerflug auf dem Helm ein geschlossener Flug ist, auf welchem sich dieselbe Mauer wie im Schilde zeigt. Die Farben sind bei denWappen überall gleich.
'-) Arndt, Chronik Th. II p. 78, Anmerkung.
:l ) Hupel. Kord. Mise. XIII p. 424.
4 ) Arndt, Chronik Th. II p. 112, Anmerkung.
5 ) Eine schöne Abbildung der ältesten Siegel bietet uns die Siegeltafel zu der Brieflade von R. Baron Toll dar.