Freiburg' im Breisgau.
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In Leipzig war er diesmal zu liebenswürdig. — Mit Jean Paul'sBestimmung*) bin ich höchst einverstanden, wie mit Allem,was Ihr thut, seid es auch mit mir; ich habe noch immer einekindische Angst vor Schelte, wenn ich auch mich nicht rühmenkann, je deren von Diriclilet bekommen zu haben. Nun inmeinem Reisetext weiter.
Freiburg ist ein Paradies, der ganze Weg von Kehl anprächtig. Deutschland ist ein schönes Land, wenn man drinist und wenn man nicht drin ist. Gestern früh fuhr ich mitWalter und Schuhmacher**) nach Strassburg, verweilte dreiStunden in, auf und um den Münster herum. Schuhmacherwunderte sich, dass der Münster keinen Erahnen auf hat, wirhörten die Messe, die Orgel, sahen eine Prozession die Kircheumziehn — erlasst mir die Worte darüber — es war zu schön.Auch Erwin's Haustreppe sind wir bis oben hinangeklettert,von der Du soviel erzählt hast, Nachmittag um zwei sassenwir wieder im Wagen und fuhren im schönsten Land, unterdem schönsten Himmel hierher, und wo es am schönsten ist,in allen alten Schlössern und neuen Landhäusern, wohnen Eng-länder. Eine halbe Stunde vor dem Thor begegnete uns schonFranz, ob wir uns gefreut haben, na ob! —■ Sie wolltendurchaus das Unmögliche möglich machen, uns bei sich ein-quartiren, ich widerstand aber und brachte Ernst zu Bett imZähringer Hof und ging dann zu Angelika, da stand der be-kannte Theetisch und der alte bunte Sopha und die alten liebenGesichter. — —■ Ich freue mich Süddeutschland noch rechtzu gemessen, ehe ich durch die Schweiz und Italien vielleichtverwöhnt und vornehm geworden. Für die hiesige Kirche istes nicht vortlieilhaft, dass man den Strassburger Münster vorhersieht; dagegen ist sie kleinlich ioM^oer-ähnlich und zu com-fortalle , um vor Zerknirschung katholisch zu werden. Einhiesiger Glasmaler hat die mangelhaften Fenster im Dom sehrgeschickt restaurirt, ganze Fenster neu gemacht, zum Dankeist er Hungers gestorben und seine Familie lebt noch in tiefem
*) Die Werke desselben Woringen's zu schenken.
**) Der Diener.