Reise- und Heimatlibriefe.
Rebecka an Fanny.
Kehl, 15. Juli 1843.
„— — Ich habe sehr gute Fahrt gehabt, herrlichesWetter, besonders von Darmstadt nach Heidelberg, welchenPrachtweg wir im offenen Wagen am schönsten Morgen durch-fuhren. Ich habe wenigstens zwanzig Häuser gesehn, in denenich Professor sein möchte. Beschreibung dieser Euch allenbekannten Gegend, sowie aller unbekannten kann ich mir wohlschenken: bei den Namen Heidelberg, Weinheim, Handscliuhs-heim muss Einem schon das Herz warm werden, und es istso hübsch, dass Alles dort „heim" endigt, man möchte gernda heim sein. W T ir fuhren nach Tisch auf den Wolfsbrunnen,nach den Forellenteichen, Du weisst, wo die wohnen, ist's gutsein, dann auf's alte Schloss, wo wir nass wurden. Die ganzeEinfahrt in Heidelberg war sehr lustig; kurz vor der Stadtbegegneten uns Omnibusse mit spazierenfahrenden Studentenin Staubkitteln und mit langen Barten; in der Stadt war Allesmit Kränzen und Fahnen geschmückt; ich war schon ganzbeschämt über die Ehre, bis ich erfuhr, es sei nicht allein mir,sondern zwei badischen Prinzen zu Ehren. Freitag fuhren wirper Eisenbahn nach Karlsruhe in sieben viertel Stunden; dawollte ich mir einen extra guten Tag machen und fuhr nachBaden, um den Nachmittag da zu bleiben, das war aber rathermisslungen; wir bekamen Stuben nach einer engen Strasse,