Druckschrift 
2 (1888)
Entstehung
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208
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1842—1843.

Man hält sich in solcher Zeit an Aeusserlichkeiten, wiein einer finstern Stube, wo man den Weg sucht — von einerStunde zur andern. Sag' mir, ob wir es so einrichten wollen,dass ich einen Tag der Woche abwechselnd an Jeden vonEuch schreibe und Antwort bekomme, sodass wir wenigstensalle drei Wochen von einander hören, unbeschadet des Oefteren,oder ob Dir eine bessere Einrichtung einfällt? Habe auchtausend Dank für Deine liebe Frage wegen der Wohnung.Es war mir schon eingefallen, Dich darum zu bitten und nunbietest Du es mir an. Aber ehe wir es so festsetzen, möchteich doch, Du brächtest die Sache einmal in Gegenwart derSchwestern und Schwäger behutsam auf's Tapet. Merkst Du,dass denen irgend ein unangenehmes Gefühl daraus erwächst,wenn ich jetzt zum ersten Mal in Berlin mit ihnen nicht unterdemselben Dache wohne, und sprechen sie dies Gefühl auchnur durch ein Wort oder eine Bemerkung aus (Du wirst diesleicht verstehen können und ich verlasse mich ganz auf Dich),so müssen wir es aufgeben. Im andern Falle würde ich DeineGüte dankbar annehmen. Schwer wird mir der nächste Besuchin Berlin fallen; — schwer fällt mir eigentlich Alles, was ichtliue und treibe und was nicht ein blosses Uebermicliergehen-lassen ist. Doch habe ich wieder angefangen zu arbeiten unddas ist das Einzige, was mich ein wenig beschäftigt. ZumGlück hatte ich eine halb mechanische Arbeit: Schreiben vonvielen Bogen, Instrumentirung u. dergl. zu machen. Das istso halb und halb ein thierischer Instinkt, dem man nachgehtund wobei es Einem doch wohler wird, als ohne das. Abergestern habe ich dirigiren müssen; das war schrecklich. Siesagten, das erste Mal würde immer schrecklich sein und ichmiisste einmal durch; ich glaube es auch, aber doch wollteich, ich hätte ein Paar Wochen warten können. Mit einemLiede von Rochlitz fing es an; aber wie in der Probe dieAltstimmen piano sangen: „Wie der Hirsch schreit," so wurdemir so schlecht, dass ich nachher auf den Flur hinausgehenmusste und mich ausweinen.

Heute habe ich, Gottlob, einen Tag, wo ich keinenMenschen sehen und sprechen brauche und mit dem Husten