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hier einzugreifen und auf diese Weise zur Erziehung der Menschenzu dem richtigen Pflichtgefühl beizutragen. In anderen Fällenwerden Kinder geboren, ohne daß die Eltern die Mittel besitzen,sie zu ernähren und zu erziehen. Gegen dieses Übel kämpfendie Neomalthusianer. Nur schade, daß ihre Art, es zu bekämpfen,so gefährliche Folgen hat. Endlich kommen Fälle vor, wo, in-folge Schwäche der Eltern, hohen Alters und dergl., die Kinder-anzahl auf ein oder zwei hätte beschränkt werden müssen, oderüberhaupt keine Kinder hätten geboren werden dürfen.
Das Ideal ist demnach nicht die unbeschränkte Kinder-erzeugung. Im Gegenteil, dieses bezeichnet einen niedrigenStandpunkt, und so wie es früher war, wo die Frau vonden vielen Kinderlasten erdrückt wurde und durch sie unter-ging, wo Kinder zur Welt kamen, gleichgültig, ob Platz fürsie vorhanden war oder nicht, und ob sie zu Krankheit undSchwäche verurteilt waren . oder nicht. Dies ist auf die Dauerein für den Menschen unwürdiger Zustand. Er muß in diesemFalle, wie in anderen, seine Vernunft und vor allem sein Gewissenzu Rate ziehen. Auf das richtige Gefühl der Verantwortungkommt es an. Dieses Gefühl muß aber nicht nur die Kinderund die Frau, sondern auch die Natur und das Gemeinwesenumfassen.
Es ist eine gewöhnliche Vorstellung, die Frage der Kinder-zahl sei eine Privatsache zwischen Mann und Frau, die einenanderen oder die Allgemeinheit nichts angehe. Nichts kann un-richtiger sein, obschou es einem weniger entwickelten Rechts-bewußtsein nicht so erscheint. Von einem höheren moralischenStandpunkt betrachtet kann in Frage gestellt werden, ob überhauptirgendeine Handlung des Menschen eine Privatsache sei. Dennin dem Augenblicke, wo dieselbe Folgen hat, die indirekt oderdirekt andere treffen, ist es nicht mehr Privatsache. Aber keineHandlung, die auszuführen in der Macht der Mehrzahl steht, hatso große und weitgehende Folgen für Gegenwart und Zukunft,wie die Fortpflanzung und der Generationswechsel. Dies istdemnach keine Privatsache in dem Sinne, daß nur die Rücksichtauf die eigene Bequemlichkeit darüber zu bestimmen hat. Ebensowenig, wie die Kinder jetzt das Privateigentum der Eltern sind,ebenso wenig ist deren Erzeugung eine Sache, über die einkleinlicher Eigennutz bestimmen darf.