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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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Der Neomalthusianismus. Die Lehre des Malthus ist einewissenschaftliche Darstellung der Erscheinungen der Volksver-mehrung und eine Theorie; der Neomalthusianismus ist eine darauffußende praktische Bewegung. Theoretisch unterscheidet er sichdeshalb wenig von der ersteren. Höchstens kann man sagen,daß er die vorliegende Frage nicht so sehr national- wie privat-ökonomisch auffaßt. Der Neomalthusianismus betrachtet die Volks-mehrung weniger als Massenerscheinung denn als Ereignis in deneinzelnen Familien. Dies hängt mit seinem praktischen Zweckeund seinem Streben, Proselyten zu machen, zusammen. Dennhierin besteht eigentlich sein Wesen. Sein Ursprung und seinenähere Entwickelung bestätigen dies auch.

Die Begründer des Neomalthusianismus sind vornehmlichArzte. Das Signal wurde von England gegeben, wo ein Arzt1854 eine Schrift mit dem Titel: Elements of social scienceor physical, sexual and natural religion herausgab, dieauch der Grundkodex dieser Bewegung geworden ist. Anderefolgten seinen Spuren. Als Arzte hatten diese Männer Gelegen-heit, Zeuge davon zu sein, wie ein allzu großer Kinderreichtumdie Kräfte der Frau zerstörte und häufig Armut in die Familienbrachte. Besonders die erstgenannte Beobachtung erklärt, daßsich auch Frauen, darunter vor allem Annie Besant, mit derganzen Leidenschaft ihres Geschlechtes zu Aposteln dieser Be-wegung machten. Der Neomalthusianismus ist, von dieser Seitebetrachtet, ein Moment in der großen Frauenbewegung, ein sicher-lich nicht unbefugter Protest gegen die Überbürdung der Fraudurch ein Übermaß von Geburten. Aber auch Nationalökonomenvon Rang, vor allem J. St. Mill in England und G. Rümelinin Deutschland, haben sich zugunsten dieser Bewegung ausge-sprochen. Augenblicklich gibt sie sich, außer in England, vor-nehmlich in Holland zu erkennen. Aber auch in dem volksarmenSchweden hat sie in K. Wickseil einen Fürsprecher gefunden.

Wie oben ausgesprochen, unterscheiden sich die Neomal-thusianer theoretisch wenig oder garnicht von dem Meister. ImGrunde sind sie nur noch größere Pessimisten als er und sehenüberall das Gespenst der Übervölkerung. Nur als praktischeBewegung, welche sich die Aufgabe gestellt hat, diese vermeint-liche Gefahr zu bannen und zu verhüten, weicht sie von Malthusab. Die einzigen Mittel zur Verhütung von Übervölkerung, diedieser guthieß, waren Zölibat, späte Eheschließungen und Ent-