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griffen. Diese, die zuerst bei der zahlreichen Sklavenbevölkerungdurch Eheverbote bewirkt wird, macht sich nach und nachauch bei den freien Mitbürgern geltend. Dies geschieht teilsin der Form des Zölibates, teils durch Beschränkung der Frucht-barkeit auf das sogenannte Zweikindersystem. Während derganzen Zeit bleibt die Sterblichkeit sowohl infolge der vielenKriege wie der zahlreichen und schlimmen Seuchen eine sehrgroße. Die Pest 429 v. Chr. hat ganz gewiß mehr als allesandere zum Falle Athens beigetragen. Infolge all dessen trittein permanenter Volksmangel ein, der erst zum UntergangeGriechenlands und dann einige Jahrhunderte später zum Unter-gange Roms führt, denn die Entwickelung in Rom verlief trotzder großen äußeren Verschiedenheiten im ganzen in denselbenSpuren.
In dem jetzigen Europa, sowie den von hier bevölkertenWeltteilen ist die Volksmehrung bis dato andere Wege gegangen,wenn sie auch in vereinzelten Fällen (Frankreich) nahe mit demübereinstimmen, was wir von den Völkern des Altertums wissen.In sich selbst stellt sich wiederum die moderne Volksvermehrungdurchgehends ungleich in Europa und in den neuen von Europäernbevölkerten Weltteilen dar. Gleichwohl vermindert sich die Un-gleichheit, sobald die letzteren dichter besetzt werden. Dieeuropäischen Völker, mit denen wir uns hier auschließlich be-schäftigen, zeigen auf diesem Gebiete im großen Ganzen einegleichartige Entwickelung, obschon die verschiedenen Phaseninnerhalb derselben für die verschiedenen Völker auf verschiedeneZeiten fallen. Wesentlich dieser Umstand sowie die kurze Ob-servationszeit, die vorliegt, haben die Auffassung der Statistikerund Ökonomen über diese Dinge beirrt. Wir wollen diesePhasen und die Ursachen, welche sie herbeiführten, in Kürze zucharakterisieren versuchen.
A^ier mächtige äußere Umstände sind es hauptsächlich, dieden Gang der Volksvermehrung in dem Europa der neueren Zeitbestimmen und ihm ihre kennzeichnenden Züge verleihen. Dererste ist der Übergang von dem gebundenen Gemeinwesen mitLeibeigenschaft auf dem Lande, Zunftwesen in den Städten undmehr oder weniger strengen Eheschließungsgesetzen zu modernerFreiheit in diesem Falle wie in anderen. Der zweite und drittesind das Entstehen einer Großindustrie, sowie die Ent-wickelung der Verkehrsmittel, wodurch das Nationalvermögen