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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
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aber da unmöglich zu bestimmen, ob dies auf verminderterFruchtbarkeit oder auf abnehmender Heiratsfrequenz oder aufdiesen beiden Momenten zusammen beruhe 1 ). Jetzt können wirsagen, daß die eigentliche Ursache hierfür offenbar das erstereMoment ist. Die eben angeführten niedrigen Geburtszahlen lassenkeinen Zweifel hierüber bestehen. Eine stark sinkendeFruchtbarkeit ist somit der neueste Zug in der demo-graphischen Physiognomie des schwedischen Adels.

Die zweite Frage, die wir ebenfalls unbeantwortet lassenmußten, war die, ob der heutige Adel an Anzahl zu- oder ab-nimmt oder sich nur gleich erhält. Der Vergleich mit älterenVolksmengenziffern zeigte teils, daß der Adel in der Zeit von18151855 seine Zahl vermehrt hat, teils, daß er auch nach1855 zugenommen hat, obschon freilich in beiden Fällen vielweniger, als die Volkszählungszahlen unmittelbar ausweisen -). Obdiese Zunahme aber weiter fortfährt oder ob eine Änderungdarin eingetreten ist, konnte dort nicht mit Sicherheit entschiedenwerden. Die oben angegebenen Ziffern der Nativität machen dasletzte in hohem Grade wahrscheinlich, um nicht zu sagen sicher.Eine Geburtszahl von 15,4 °/ 00 , welche ganz sicher nicht als eine zu-fällige oder vorübergehende zu betrachten ist, deckt nicht mehr denAbgang durch Tod. Wir kennen zwar das Maß der Sterblichkeit unterdem Adel nicht, und wissen nur, daß auch dieses sehr niedrig seinmuß, aber so niedrig wie 15,4 °/ 00 kann es gleichwohl nicht sein.Diese Zahl setzt nämlich bei einer stillstehenden Bevölkerung,ohne Zuzug oder-bemerkenswerten Abzug, voraus, daß das vonden Menschen im großen Durchschnitt erreichte Lebensalter nichtweniger als 65 Jahre wäre, was zur Zeit unzutreffend ist. Diemittlere Lebensdauer bei o Jahren, welche mit dem erreichtenDurchschnittsalter in einer stillstehenden Bevölkerung zusammen-fallen muß,. war 18811890 für das ganze Volk 50,02 Jahre.Der Unterschied zwischen den angeführten Zahlen ist zu groß,um richtig zu sein. Folglich ist auch die Annahme einer sogeringen Sterblichkeit unter dem Adel unhaltbar. Sie muß einegrößere sein. Wir können deshalb überzeugt sein, daß die Ge-burten den natürlichen Abgang im schwedischen Adel durch denTod nicht länger decken. Kommt nun noch hinzu, daß das eineoder andere Individuum verzieht oder sonst im Strudel des sozialen

1) S. oben S. 199.

2) S. oben S. 174.