dies lernen wir aber, daß dieser Einfluß nicht unbedingt und aus-nahmslos wirkt. Denn wäre dies der Fall, so würde die ersteGruppe (mit i—3 Kindern) allmählich edler Ehen bar sein und dieEhen würden sich mit den Jahren insgesamt in den höheren undhöchsten Fruchtbarkeitsgruppen anhäufen. Wenn dem nicht soist, so zeigt dies, daß es andere Kräfte gibt, welche die Kinder-zahl trotz des Alters in vielen Ehen auf einer niedrigen Zifferhalten. Dank diesen hat demnach ungefähr ein Drittel allerEhen mit fünfzehnjährigem Alter und darüber nicht mehrals 1—3 Kinder zur Welt gebracht. Hier sind also in vor-liegender Beziehung ganz verschiedene Typen unter denEhen vorhanden. Während der eine Typus den Einfluß desAlters voll auf sich wirken lässt und damit die Grenze der Frucht-barkeit erreicht, läßt es ein anderer bei einer mäßig großen Pro-duktivität von 4 — 6 Kindern bewenden, während sich der dritteund letzte nach den ersten zehn Jahren vollständig von der Ein-wirkung des Alters befreit hat und bei einer sehr geringenKinderzahl stehen bleibt. Hiermit haben wir einen neuen undviel tieferen Einblick in die Gestaltung der Fruchtbarkeit unddie hierin waltenden Ursachen gewonnen. Neben dem Alter derEhen muß es andere Momente geben, welche die Größe derFruchtbarkeit in der eben gestreiften Gruppe Ehen (über 15 Jahrealt) bestimmen.
Schließlich legen diese Tabellen sowie die obige Zusammen-stellung der Kinderzahl Zeugnis von der sinkenden Tendenzder Fruchtbarkeit ab. Wir bemerken auch hier gewisse Unter-schiede zwischen den bestehenden und den, in der Regel etwasälteren, aufgelösten Ehen. Die letzteren sind sofort in größeremUmfang von kinderlosen zu solchen mit Kindern übergegangenund durchlaufen dann schneller den Weg von kleinen zu mittel-großen und großen Familien. Nach dieser verschiedenen Ent-wickelung der Fruchtbarkeit bis zum fünfzehnten Jahre hält siesich in den folgenden in beiden Gruppen. ungefähr auf gleicherStufe, doch so, daß unter den aufgelösten mehr Ehen mit derhöchsten Kinderzahl vorkommen als unter den bestehenden. Das istkein Zufall. In den Zwischengruppen des Alters sowie der Kinder-zahl, wo sich keine ausgeprägten Tendenzen geltend machen,variieren die Ziffern infolge der Kleinheit der absoluten Zahlenordnungslos, in den anderen dagegen, wo sich eine bestimmte