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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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Adlige Frauen verheiratet:

Bestehende Aufgelöste

°/ 0 Ehen °/ ()

mit Adligen 25,73 31,75

,, Bürgerlichen 74,27 68,25

100,00 100,00

Zuerst sei hier auf den Unterschied zwischen aufgelöstenund bestehenden Ehen aufmerksam gemacht. Heiraten im Adelsind früher häufiger vorgekommen als jetzt. Die Entwiclcelunggeht also in der oben beobachteten Richtung, nach sozialemAusgleich hin, und mit ungefähr derselben Schnelligkeit. Fernerbemerken wir auch hier, daß die Männer weiter auf diesem Wegegekommen sind als die Frauen.

Vergleichen wir endlich die finländischen Zahlen mit denschwedischen, so erfahren wir, daß die ersteren nicht wenig vonden letzteren abweichen. Adlige Fleiraten sind in Finland nichtunbedeutend geringer an Zahl als in Schweden. Dies ist ein charak-teristischer Zug, der Beachtung verdient, denn er beleuchtet inseiner Weise die Entwickelung Finlands nach 1809. Zum Teilkann freilich der erwähnte Unterschied auf der geringeren Anzahldes Adels in Finland als in Schweden (0,16 °/ 0 der Bevölkerung-gegen 0,27 °/ 0 ), und ebenso auf der größeren Menge neuer Ge-schlechter beruhen, welche die Verbindungen, die sie früher mitBürgerlichen gehabt haben, natürlich bewahren. Aber außerdiesen Umständen haben noch andere, und in noch höheremGrade als jene, hierzu beigetragen, nämlich die, daß der Adelin Finland niemals große Reichtümer besessen hat und die An-zahl Fideikommisse von einiger Bedeutung gering ist (insgesamt 16),vor allem aber, daß sich dort besonders in den Schichten dergebildeten Klasse unter sich eine starke Xivellierungstendenz zuerkennen gegeben hat. Diese Tendenz ist für die innere Ent-wickelung Finlands in neuester Zeit ebenso charakteristisch wieleicht erklärlich. Die verhältnismäßig engen Grenzen, mit denendas politische Leben in Finland umgürtet war, haben die Ent-wickelung auf dem sozialen Gebiet mit Naturnotwendig-keit be-schleunigt. Je weniger Spielraum die politische Freiheit in einemLande mit moderner Kultur hat, um so radikaler werden ge-wöhnlich die Ansichten und um so demokratischer die Sitten.Hierzu kommt, in diesem Falle ebenso erklärlich, der Wunsch,sich von dem Volke zu unterscheiden, mit welchem die historischenEreignisse das finländische zusammengekoppelt haben, das aber