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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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Sechzehntes Kapitel.

Heiratsalter und Wiederheiraten.

Heiratsalter. Der Mensch wird nicht mit der Eigenschaftzur Ehe geeignet" geboren; er wird es mit den Jahren, aberder Zeitpunkt für die Reife dazu soll je nach dem Breitegradeund der Rasse verschieden sein. Dies wäre ein eigentümlicherUmstand, der je nach dem langsameren oder schnelleren Verlaufder Entwickelung, eine verschiedene Lebensdauer, sollte manmeinen, zur Folge haben mußte. Dies ist aber, soweit man weiß,nicht der Fall. Man fühlt sich deshalb geneigt, eine früherenatürliche Reife zu bezweifeln und zu erklären, daß diese nurauf einer verschiedenen sozialen Reife, d. h. der verschiedenenVorstellung der Menschen von dem rechten Zeitpunkt für die Ehe-schließung, beruhe. Allbekannt ist, daß auf niedrigeren Kultur-stadien die natürliche Reife mit der sozialen zusammenzufallenpflegt. Man verheiratet sich, sobald sich die Zeichen physischerReife zu erkennen geben. Bei höherem Kulturstande beeiltman sich nicht so; hier ist die soziale Reife eine andere alsdie natürliche. Der Zeitpunkt für den Eintritt in den Ehestandwird bis auf eine Zeit hin verschoben, wo die ganze Persönlich-keit ihre volle Entwickelung erreicht hat. Dies ist unzweifelhaftsowohl von großem Vorteil für die Eheschließenden selbst, wie be-sonders für die Nachkommenschaft und bezeichnet deshalb einengroßen Fortschritt.

Die Verschiebung des Heiratsalters beruht jedoch nicht alleinauf den mit der Kultur wachsenden Ansprüchen, die an einenreifen Mann und eine reife Frau gestellt werden. Sie kann dieGrenze überschreiten, die die Kultur auf diese Weise setzt, unddie zu jeder Zeit der Vorstellung der Menschen von dem geistigwie körperlich erwachsenen Menschen entspricht. Dies trifft ein,