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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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dazu erbietet. Aber eine verschwenderische Lebensweise undflotte Gewohnheiten sind das Grab der Ehelichkeit, wie vieleranderer sozialer Triebe.

Von den vielen Wirkungen, die die Folgen einer geringenEhelichkeit sind, sollen hier nur zwei hervorgehoben werden, diebeide die höheren Klassen, von denen der Adel einen Teil bildet,treffen. Die erste ist, daß die Geschlechter infolgedessen schnellaussterben. Ich habe vorher in dieser Arbeit betont, daß dasZölibat eine der wirksamsten Ursachen des Aussterbens der adligenGeschlechter ist. Ist die später ausgesprochene Auffassung, daßdas Heiraten nicht allein bei der ganzen Masse des Volkes,sondern vor allem in dessen oberen Schichten, im Rückgang be-griffen ist, richtig, so ist augenscheinlich, daß dieses Momentseine dem Bestand der Geschlechter verderbliche Wirkung in derZukunft mit noch größerer Stärke ausüben wird. Eine andereFolge der geringen Ehefrequenz in den höheren Klassen ist diesogen. Frauenemanzipation, d. h. das Streben der unver-heirateten Frauen dieser Klassen nach Arbeit und einem er-weiterten Arbeitsfeld. Das Elternheim kann ihnen nicht, wie früher,Beschäftigung geben, da die Fabriken die Hausarbeit getötet undeine ganz andere Ordnung im Haushalte des Einzelnen herbei-geführt haben. Möglicherweise macht die wachsende Schwierig-keit, Diener zu erhalten, die Arbeit der Töchter im Hause wiederunentbehrlich und wirkt so hemmend auf die Lust zum Aus-schwärmen, die sie jetzt ergriffen hat. Aber vorläufig geht dasBedürfnis noch in einer anderen Richtung und veranlaßt, unter-stützt allerdings durch eine unserer Zeit eigentümliche Unter-schätzung der Bedeutung und des Wertes der Hausarbeit, seitensder gebildeten Frau das Suchen nach neuen Arbeitsgebieten. Dieeigentliche Ursache dieser Bewegung ist indessen die Unmöglich-keit für einen großen Teil der jungen Mädchen, ein eigenes Heimzu gründen. Die geringe Heiratsfrequenz zwingt, wie wir obensahen, einen großen Prozentsatz heiratsfähiger Mädchen derhöheren Klassen bedeutend größer als bei den Männernunverheiratet zu bleiben. Diese, die ohne eigenes Verschulden,nur infolge Ungunst des Lleiratsmarktes, übrig bleiben, müssenin Kontoren und anderswo, wo sie sich immer dürftig ernährenkönnen, ihr Auskommen suchen. Daß diese sogen. Emanzipationtrotz des schönen Namens doch nur ein ganz bitterer Notfalls-

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