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von 350 über 200 Jahr alten sehr gering. Sie ertrinken in der großenMasse bürgerlicher Geschlechter mit niedrigeren Altern. Dennich bin überzeugt davon, daß die Menge der den gebildetenKlassen angehörenden Geschlechter nicht das vierte Glied vorsich, d. h. nicht den Großvater ihres Großvaters, mit. Sicherheitkennt, während die Kenntnis der großen Masse über ihren Ur-sprung gewöhnlich nicht über zwei Glieder hinaus, d. h. bis zumGroßvater geht, ausgenommen die seltenen Fälle, wo mehrereGlieder gleichzeitig leben. Der römische Satiriker Persius hatvollständig recht, wenn er sagt: Fragst du nach dem Großvatermeines Großvaters, so kann ich dir nach einigem Nachdenkendarauf antworten; und noch einen, seinen Vater, kann ich nennen;aber dessen Vater wiederum — er war aus der Erde gekommen 1 ).Konnte ein Römer, der doch noch etwas von den Reminiszenzendes Totenkultus bewahrt haben sollte, so sprechen, wie viel mehrda nicht die Menschen späterer Zeiten. Sie lassen die Toten ihreToten begraben. Trotzdem wären alte Geschlechter in allenStaaten und allen Klassen nicht so selten, falls sie nicht so sehrder Vergänglichkeit ausgesetzt wären. Wie kurz das Gedächtnisder Menschen auch im allgemeinen ist, würde dies das Vorhanden-sein einer großen Menge Geschlechter mit uralten Ahnen, derim besonderen Sinne historischen Geschlechter, die in das Geschickder Völker eingegriffen haben, doch nicht hindern, falls diese Ge-schlechter nicht stets so kurzlebig gewesen wären. In letzterReihe ist es die Macht des Todes, die unversöhnlich über dieseVerhältnisse herrscht, und die bewirkt, daß so selten alte Ge-schlechter und viele Ahnen vorkommen.
Das Alter der lebenden Adelsgeschlechter. Der Anfangs-punkt für die Berechnung des Alters der Adelsgeschlechter ist imallgemeinen die Erhebung in den Adelstand, der Endpunkt der. Januar 1895. Über die Wahl des letzteren Zeitpunktes braucheichmich nicht auszulassen. Dagegen kann möglicherweise gegen denAnfangspunkt eingewendet werden, daß er in doppelter Weise will-kürlich sei; er läßt früher bekannte Glieder außer acht und fällt fernermitten in das Leben eines Mannes, statt auf seine Geburt. Hier-gegen muß jedoch bemerkt werden, daß die früheren Glieder oft
1) Sat. vi, 56 ff.