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So führt Benoiston de Chateauneuf mehrere Beispiele dafüran, daß die Geschlechter des alten französischen Adels auf dieseWeise untergegangen sind 1 ). G. Bang spricht in seiner Studieüber den alten Adel Dänemarks eine ähnliche Ansicht aus 2 ).Ich habe deshalb die Fälle von Tod im Krieg, sei es durchSchwert, Krankheit oder anderes, die die Quellen erwähnen, sowiedie wenigen Fälle von Tod in der Gefangenschaft aufzeichnenlassen. Eine Zählung der Toten im Zweikampf oder sonst aufgewaltsame Weise, außer im Krieg, habe ich nicht für nötig ge-halten. Das Duell ist im Norden niemals sehr im Schwünge ge-wesen, wenigstens nicht im Vergleich zu dem, wie es in Frank-reich der Fall war, wo es zeitweise den Charakter einer Modeoder Epidemie annahm — denn die Moden können zuweilen alseine Epidemie des Geschmackes und der Sitten auftreten. Karls XI.(f 1697) strenges, später mehrfach wiederholtes Duellverbot ge-währte außerdem der in Schweden allgemeinen Auffassung desDuells eine kräftige Stütze von Gesetzes wegen. Ein gewaltsamerTod aus anderem Grunde als Krieg und Duell ist, freilich be-sonders in gewissen Geschlechtern, oft vorgekommen. Abersicher ist der Tod aus diesem Grunde beim Adel nicht zahlreichergewesen als bei den übrigen Gesellschaftsklassen und kann nichtim Verdachte stehen, in einem höheren Grade das Erlöschen derAdelsgeschlechter verschuldet zu haben. Anders scheint es sichmit dem Krieg zu verhalten. Für ein Volk mit soviel kriegerischenErinnerungen, wie das schwedische, in welchen die Adligen, wienatürlich ist, eine Hauptrolle gespielt haben, müssen wohl Todes-fälle im Krieg ein bedeutender Posten in der Bilanz über dieToten in den adligen Geschlechtern sein. Man ist deshalb über-rascht, wenn man die untrügliche Antwort der Zahlen erfährt.
In den hier behandelten 825 Geschlechtern starben 372 Per-sonen, davon mündige Unverheiratete 262, Verheiratete 92, Un-mündige 18, im Krieg. Außerdem erwähnen die Quellen 25 inder Gefangenschaft gestorbene Individuen, davon 15 mündigeUnverheiratete, 10 Verheiratete. Nur 379 erwachsene Männer,oder 8,7 % sämtlicher gerechneten sind somit im Felde oder inder Gefangenschaft gestorben. Dies ist weniger, als man erwartethätte. Man erfährt, daß allein in der folgeschweren Niederlage
1) La Duree des familles nobles de France (Memoires de l'Acade-mie des sciences inorales et politiques, T. V (1847), p. 781 ff.).
2) Den gamle Adels Forfaid, Kopenhagen 1897, S. 97 ff.