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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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kalender 1 ) ersieht man, wie auch in Schweden in früheren ZeitenBürgergeschlechter ausstarben. Im elften Band wird über 249zwischen 1600 und 1800 in Stockholm eingegangene GeschlechterBericht erstattet. Und doch sind diese nur ein Bruchteil allerderer, die in der genannten Zeit dort das Zeitliche gesegnethaben. Sicher ist dasselbe in Gotenburg und den übrigen Städtender Fall gewesen. Denn wo findet man in der Gegenwart alteFirmen, die in vielen Gliedern vom Vater auf den Sohn überge-gangen sind? Roscher erwähnt an einer Stelle, daß von 85 imJahre 1739 in Stettin vorhandenen Firmen im Jahre 1859 keineeinzige mehr existiere 2 ). Und zu demselben Resultate führen dievereinzelten interessanten Angaben, die Hansen nach M. Wirth,M. Mohl und E. Engel betreffs einiger jetzt existierender Firmenund der Herkunft der Fabrikanten anführt. Die meisten warendirekt aus der Klasse der Arbeiter gekommen. Alte Geschlechterkommen vor allem nicht in den Klassen der Handels- undIndustriewelt vor. Die schwedischen Häuser und Firmen, diehundert Jahre in ununterbrochner Reihe vom Vater auf den Sohngegangen sind, sind sehr dünn gesät und kommen meistens inkleinen Städten vor; überhaupt ist, wie das Studium des schwedischenGeschlechterkalenders uns lehrt und wir später auch sehen werden,die Anzahl alter bürgerlicher Geschlechter eine sehr geringe.

Dies ist jedoch nur die andere Seite derselben Tatsache,daß die Geschlechter des ehemaligen Bürgerstandes schnell aus-sterben. Und offenbar herrscht dasselbe Verhältnis bei den Ge-schlechtern der hochbegabten Männer. Denn wo sind die Nach-kommen der großen Denker, Dichter, Staatsmänner und Krieger?Wir suchen sie vergebens und vermissen sie mit Bedauern. Dennwie gerne würden wir die Nachkommen dieser Größen derMenschheit unter uns sehen. Allein es ist zu allen Zeiten seltengewesen, daß die Nachkommenschaft eines großen Mannes ihnlange überlebt hat. In anderen Fällen, besonders bei unter ein-fachen Verhältnissen lebenden Pfarrergeschlechtern, kann maneine größere Lebenskraft wahrnehmen, so daß sie, gleich einigenAdelsgeschlechtern, Jahrhunderte hindurch fortleben. Meistenteilsscheinen aber die historischen Geschlechter, d. h. die Geschlechterder höheren Klassen, mögen sie von Adel sein oder nicht, sehrkurzlebig zu sein. Ob man ihre Lebenslänge durchschnittlich auf

1) Svensk Släktkalender, IXI, Stockholm 18801895.

2) System der Volkswirtschaft, III, § 12, n. 4.