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Staate anerkannten Volks- und Naturgötter gestützten Volks-religdon Platz machen müssen. Schließlich hat der Staat, in demMaße, wie seine Stärke wuchs, das Geschlecht von der Recht-sprechung, die es ausübte, und der Verteidigung der eigenen Mit-glieder, die es übernommen hatte, enthoben. Die Institution derBlutrache mußte dem Strafrecht des Staates Platz machen unddie Selbstverteidigung wurde von den öffentlichen Behörden über-nommen.
Auf diese Weise hat das Geschlecht in jahrhundertlangemKampfe zwischen Altem und Neuem vom Schauplatz der Ge-schichte abtreten und anderen Institutionen und neuen Volks-gruppen Platz machen müssen. Aber es hat eine große und be-deutungsvolle Aufgabe zu erfüllen gehabt. Lange und harteZeiten hindurch hat es für die Individuen eine notwendige Schutz-wehr gebildet, hat dem Einzelnen Schirm und Schutz im Kriegealler gegen alle, der gewöhnlich die Barbarei kennzeichnet, ge-währt. Außerdem hat es eine Menge edler und aufopfernderGefühle ins Leben gerufen und auf diese Weise zur sittlichenErziehung der Menschen beigetragen. Einem umfassenderen undfriedlicheren Zusammenleben stand indessen das Geschlecht hinderndim Wege. Denn zur Geschlechter Organisation gehörte die Ge-schlechtsrache und der ewige Krieg. Mit der wachsenden Volks-zahl und den daraus folgenden neuen Volksverbindungen ist essomit zusammengeschrumpft und ist nur eine privatrechtliche In-stitution geworden. Diesen verhältnismäßig bescheidenen Platznimmt es bei den meisten Kulturvölkern schon im Anfang derGeschichte ein. Aber auch dieser ist ihm im Laufe der Zeiten durchdie wachsende Staatsmacht genommen worden. Und zu der Zeit,als man anfing Familiennamen anzunehmen, war das Geschlechtals lebende Volksgruppe schon lange tot. Der Zusammenhang,an den der gemeinsame Name erinnert, konnte es nicht wieder-erwecken. Augenblicklich wissen, wie schon gesagt, die meistenMenschen in unseren Gemeinwesen nichts davon, daß sie faktischzu Geschlechtern gehören. Und auch die Minderzahl, die durchden gemeinsamen Namen daran erinnert wird, hat nur noch wenigvon dem früheren Zusammengehörigkeitsgefühl und von der nichtbesser unterhaltenen Familientradition.