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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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bezeichnung besitzen, entbehren des Bewußtseins der faktischenZugehörigkeit zu einem eigenen Geschlechte. Nur die höherenKlassen, die Zunamen angenommen haben, haben in der jetzigenZeit eine Vorstellung davon. Allein irgendwelche Art politischeroder sozialer Bedeutung besitzt das Geschlecht, mit seltenen Aus-nahmen, auch in diesen Klassen nicht. Das Geschlecht ist alslebendige und tätige Volksgruppe tot und kann unter den höherenKulturvölkern wohl nicht mehr anders denn als Gegenstandpietätvoller Erinnerung oder gelehrter Studien bestehen.

Dies ist indessen das Ende einer langen und höchst inter-essanten Entwickelung, deren Einzelheiten jedoch leider ziemlichunbekannt sind. Die Geschichte des Geschlechtes ist noch nichtgeschrieben. So viel scheint jedoch klar zu sein, daß der Begriffdesselben nicht unbedeutenden Modifikationen unterworfen war.Logisch kann man sich die Entstehung einer auf gemeinsamemUrsprung gegründeten Volksgruppe auf drei Weisen denken: ent-weder so, daß derselben sämtliche sowohl der männlichen wie derweiblichen Seite entstammende Nachkommen eines Stammvatersoder der Stammeltern angehören, oder auch so, daß nur dieNachkommen der männlichen Seite, oder endlich nur die Nach-kommen der weiblichen Seite zu derselben gehören. Die ersteForm ist ganz sicher die ursprüngliche gewesen. Das Geschlechtwar da nichts anderes als die Horde oder der Stamm. In demMaße jedoch, wie die Volksmenge zunahm und es dem einzelnenMitgliede unmöglich wurde, die ganze Masse gleichzeitig Lebenderzu überschauen und darin die Blutsverwandtschaftsverbindung mitjedem einzelnen anderen zu sehen, sondert sich allmählich dieengere Blutsverbindung aus und es entsteht das Geschlecht imGegensatz zu der Horde oder dem Stamm. Aber mit dieserAussonderung folgt mit Notwendigkeit, daß das Geschlecht sich auf die Nachkommen der einen Seite, der des Mannes odereventuell der der Frau, beschränken muß. Anderenfalls würdees, je nachdem nämlich die Mädchen oder die jungen Männer inandere Geschlechter hineinheiraten, bald wieder den ganzen Stammumfassen. Mit Bestimmtheit kennen wir wohl kaum eine andereForm als diese. Die Zeit, wo das Geschlecht sich vom Stammeabsonderte, liegt bei den Kulturvölkern weit vor der historischenZeit; und die Naturvölker der Jetztzeit sind uns erst verhält-nismäßig so kurze Zeit und im großen ganzen so unvollständigbekannt, daß wir nicht mit Sicherheit entscheiden können, ob