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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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Drittes Kapitel.

Das Geschlecht.

Einige historische Bemerkungen. Die menschlichen Ver-einigungen haben im Laufe der Zeit nicht unbedeutende Ver-änderungen erfahren. Volksverbindungen, die früher mit großerLebenskraft existiert haben, haben vollständig aufgehört oderführen nur ein Scheinleben, während andere an ihre Stelle ge-treten sind. Zu den ersteren gehören die Llorde und das Ge-schlecht, zu den letzteren der Staat und die Gemeinde. Dies isteine Folge der Volksvermehrung gewesen, durch welche Bandedes Blutes und gemeinsamer Ursprung als Bindemittel zwischenden Menschen der Nachbarschaft und dem Zusammenleben inner-halb bestimmter territorialer Grenzen weichen mußten.

Bande des Blutes sowie die Vereinigung zwischen Mann undFrau in der Ehe, die die Blutsverwandtschaft begründet, sind die-ältesten und gleichzeitig die stärksten Vereinigungsbande zwischenden Menschen. Ehe und Familie sind gleichsam die Zelle dersozialen Verbindungen, der einzige feste Bestandteil darin. JederZukunftsgedanke, der auf die Auflösung desselben hinausgeht,muß deshalb als utopisch betrachtet werden. Dies hindert jedochnicht, daß andere auf Blutsverwandtschaft gestützte Verbindungenihre Bedeutung verloren haben, und das ist, außer bei der Llordeund dem Stamme, auch bei dem Geschlechte der Fall. Geschlechterexistieren bei den Kulturvölkern nur noch dem Namen nach. Sosehr ist die Bedeutung einer solchen Zusammengehörigkeit ver-schwunden, daß, wo ein Geschlecht in der jetzigen Zeit nichtdurch einen Namen, den Familiennamen, getragen ist, die Men-schen von einem Vorhandensein desselben nichts wissen. Sämt-liche Schichten in der Bevölkerung, die keine besondere Familien-