daß genau 3 / i aller Geschlechter einheimisch und 1 / i ausländischwaren. Bleibt man indessen nicht bei dem Stammvater, d. h. derPerson, die zuerst geadelt oder in den schwedischen Adelstanderhoben wurde, so ist die Anzahl Geschlechter mit ausländischemUrsprung eine viel größere. So waren in früherer Zeit insgesamt468 Geschlechter vom Auslande gekommen. Rechnet man diesezu den oben erwähnten, so beträgt die Anzahl Geschlechter mitfremdem Blut ungefähr 56 °/ 0 . Hierdurch wird jedoch der Adelund das Ritterhaus nicht ausländischer, denn diese Geschlechterwaren, als sie inkorporiert wurden, schon in schwedische ver-wandelt. Dagegen liefern diese Zahlen einen Beitrag zur Kennt-nis der Ueberflutung des Bürgerstandes mit fremden Elementen,die in älteren Zeiten in Schweden eine sehr große war. Dennalle diese Fremden g-ehörten dem Bürgerstande an, bevor ihreNachkommen im zweiten oder folgenden Gliede in das Ritter-haus kamen. Daß indessen, von den zuletzt genannten Elementenabgesehen, die Anzahl Fremder im schwedischen Ritterhause sogroß war, beruhte, wie oben gesagt, auf der großen Aus-dehnung der schwedischen Machtsphäre in älteren Zeiten. Dergrößere Teil der Ostsee lag innerhalb der Grenzen derselben.
Eine andere Beobachtung, zu der die angeführten ZahlenAnlaß geben, möge gleichfalls flüchtig berührt werden. Sie be-trifft das Heimatland dieser Fremden. Ein Statistiker, der dieinneren und äußeren Wanderungen studiert hat, hat konstatierenzu können geglaubt, daß diese am meisten in der Nähe vor sichgehen, und dann immer weniger werden, je weiter das eine Dorfoder das eine Land von den anderen entfernt liegt 1 ). Ein solchesGesetz ist ja auch naheliegend. Es gibt sich auch betreffs dereingewanderten Adelsgeschlechter zu erkennen, aber nur in einerBeziehung, nämlich als die Macht der großen Entfernungen,solche Uebersiedelungen zu hindern. Aeußerst gering ist deshalbdie Anzahl Geschlechter aus Ländern, die weiter entfernt sind alsdas Deutsche Reich. Dagegen trifft der zweite Teil des genanntenGesetzes nicht für die eingewanderten Geschlechter oder dieStammväter zu. Von unseren nächsten Nachbarn, Dänemark,Norwegen, Rußland und Polen, sind nur sehr wenig gekommen.Und hätte nicht die Eroberung Schonens und Bohusläns einen
1) E. G. Ravenstein, The La'ws ot Migration (Journal of Statist.
Society, June 1889).