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Teil der sozialen Geschichte des Adels versöhnt viel von dem;was der erstere Teil derselben verbrochen hat.
Ist somit das soziale Konto des schwedischen Adels vielweniger belastet, als dessen Widersacher früher haben einräumenwollen, so strotzt dagegen das politische vor großen und schwer-wiegenden Verdiensten, die selbst sein strengster Richter anzu-erkennen nicht unterlassen kann. So hat man schon betreffs derAristokratie des Mittelalters bemerkt, daß sie in hohem Gradedie Einheit des Reiches gegenüber dem Provinzpartikularismusgefördert habe. Aber diese abgelegenen Zeiten und weniger be-kannten Verhältnisse können wir übergehen und uns nur an dieWirksamkeit des Adels in der neueren Zeit halten.
Schweden ist das einzige der Skandinavischen Reiche, dasauf dem Welttheater eine Rolle gespielt hat. Die Rolle warkurz, denn sie begann bei Stolbora (1617) 1 ) und schloß bei Pultava(1709), aber sie war höchst bedeutsam für Europa und ehrenvollfür Schweden. Für diese Zeit steht unser Land bei dem Adel-stand in der größten Schuld. Wohl hatte Schweden das Glück,gleichzeitig einige große Könige zu besitzen, ohne welche diesesstolze Blatt in der Geschichte Schwedens sicher nie geschriebenworden wäre; ebenso bildete der schwedische Bauer ein durchdie Gewohnheit an Entbehrungen kräftiges Geschlecht, mitwelchem große Dinge ausgerichtet ■ werden konnten. Aber dietausendköpfige Leitung alles dessen, was geschehen sollte, warin die Hände des Adels gelegt. Und ohne diese zu gleicherZeit kluge wie kräftige Leitung, nicht weniger in den Angelegen-heiten des Friedens, als denen des Krieges wäre die Großmacht-stellung Schwedens undenkbar gewesen. Sie ist in Wirklichkeitgleichwohl ein Rätsel. Man vergleiche nur Schweden mit seinenNachbarn, die es bekämpfte und eine Zeit lang besiegte, nichtin bezug auf den Flächeninhalt des Landes, denn das ist einschlechter Maßstab, sondern mit Rücksicht auf die Mittel unddie Volkszahl. Schweden war, verglichen mit Deutschland, bevorder Dreißigjährige Krieg dies zugrunde gerichtet hatte, und wahr-scheinlich auch im Vergleich zu Dänemark ein sehr armes Land.Und seine Volkszahl, auch den treuen Waffenbruder Finnlandeingerechnet, überstieg vor der Eroberung Schonens, Hailandsund Blekinges (1658) sicher nicht 3 /-i Million Menschen —- eine
1) Frieden mit Rußland.