62
rheinischen und dem von Salzburg, hinsichtlich des Ver-hältnisses der deutschen Bischöfe zum Papst getroffenenVerabredungen, trat er, da er in ihnen den Ausdruckeines Gegensatzes zu den päpstlichen Rechten erkannte,alsbald zurück, wie auch die deutschen Suffraganbischöfejene Beschlüsse, so sehr sie dem Kaiser Joseph II. beiseiner auch die Kirche angreifenden Neuerungslust ge-fielen, nicht annahmen.
In der französischen Unterschrift des Bildes 218führt der Kurfürst eine Anzahl von Titeln , die ihm in-sofern zukamen, als auch das sächsische Haus sie führte,deren meiste aber s°lbst diesem nur zur Erinnerung analte nie zur Geltung gekommene Ansprüche dienten.
Die Grafschaft Barby war nach Aussterben ihrerGrafen 1659 an die Weissenfelser Nebenlinie des kur-sächsischen Hauses gefallen und nach deren Erlöschenan die Hauptlinie übergegangen. Die Namen von Theilendes Herzogthums Cleve linden sich wegen des Anspruchs,den das Albertinische Haus nach einer 1483 vom Kaiserverliehenen Anwartschaft auf die Clevische Erbschaftmachte. Herzoge von Engern und Westfalen konntensich die Kurfürsten von Sachsen nur als Nachfolger deralten Sachsenherzoge nennen, die bis 1180 diese Ländernebst Ostfalen besassen. Ein von der Grafschaft Hanauhergenommener Titel rührt daher, dass Kursachsen 1625eine Anwartschaft auf elsassische Besitzungen der Grafenvon Hanau hatte, die durch die französische Herrschaftwerthlos wurde.
c. Kol n.
219» Salenlin, (Graf von Isenburg J, 1567 —1577,auch Bischof von Paderborn 1574—1577, als weltlicherRegent thatkräftig, in kirchlicher Hinsicht schwankend,legte, „um seinen Stamm zu erhalten", seine Würdennieder und verliess das Kurfürstenthum. Das Blatt stelltein Grabdenkmal dar, das sich jedoch in der Abteikirchezu Rommerskirchen, wo er begraben ist, nicht findet.
220. Gebhard, Truchsess von Waldburg, 1577—1583.Er wurde durch den Versuch, sich ungeachtet seinesUebertritts zur Lehre Calvins als Kurfürst zu behaupten,Urheber eines Krieges, in welchem er von dem Verweserder pfälzischen Kur, Johann Kasimir, und der an seineStelle gewählte Herzog Ernst von Baiern von den spa-