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72. Jars, Zwen mütt Kernen geben, vnncl dann fürer keins Jars, kein wittereansprach nit haben, sonder danethin, gedachts Blarers husfrouwen eigenthumbheissen vnnd syn,
Der Zechend zu Soützach ertreit zu gmeinen Jaren, 80 stuck, ist gmeindgehalten worden, also das yetliches Jars, ein yeder den halben teil, kernenshabers u. s. w. Innemen solle,
Also Ist noch vnuerteilt angestelt,
Die gricht zu Oberwintertbur, das Meyerampt genampt sampt demKernen vnnd Haberzinss etc. Nämlich 7 mütt Kernen, 10 viertel haber,drü manwerch Wissen, alles zun grichten gehörend, vnnd von II.Bischoffen zu Costenz Lechen Ist,
Sechs Jucherten acher Im tegerlen genampt, nechst vnnder demschloss Mörspurg gelegen,
Ein Jucherten acher, ein halb manwerch wissen, das wigerwisslegenampt, ouch nechst bim schloss Merspurg gelegen,
Ein Jucherten reben Der Bartly genampt, auch nechst bim sitzMerspurg gelegen,
Dargegen Ist man auch nach schuldig, so angestelt worden wiehieuor bezeichnet Ist, betrifft sich nach abzug, was man Blarers frouweno-eberi
An gelt 1467 ff, 4 Schilling, 2 Heller.
Ynnd zu bezalung, disser summa, sollent beid teil flissige nachfrag haben,das die yetzuermelten stuck, vorbehalten der Zechend zu Soützach, verkoufft,vnnd an vilgemelte schulden verwandt werden,
Ynnd Ist hier Inne was Jossen von Goldenbergs selligen verlassne witt-frouw, vermög Ires habenden gemechts brieffe In Lipdingswiss besitzt, dheinswegs begriffen,
Diewil dan disse fründtliche rechnung vnnd teilung In'bysin obernempterpersonen, von beiden teilen beschlossen vnnd angonomen, Ouch desse washieuor geschriben stadt, bekandtlich vnnd anred sind, Ouch desselbigen yetzvnnd hernach wol zu friden gewessen, für sich vnnd Ire erben, So habent wirMarx Blarer von Wartensee, Innamen siner Husfrouwen Ouch vnsserer erben,dessglichen Hanns Ylrich Stocker Innamen sines eegemachels, vnnd vnsserererben, yeder syn eigen Insigel hie vnnder getruckt, an disser teil Rodlen zwenglich Lutende. Actum Zürich den 2ten Brachmonet Anno 1572." Die zweiSiegel sind aufgedrückt.
Es ist auffallend, dass in dem obigen Theilrodel eines Ilauptbestandtheilsder Goldenbergischen Erbschaft, des Lehens von Zürich, also des SchlossesMörspurg selbst mit den eigentlichen Schlossgütern sammt dem Kehlhof, demZehnten zu Stadel u. s. f. gar nicht gedacht ist. Es zwingt uns diess wohl zu derAnnahme, dass dies Ycrmögensobjecte, die wir nachmals im Besitze Blaarersund seiner Erben finden, und noch genauer kennen lernen werden, wahr-scheinlich durch Kauf von den Miterben schon vor dem 2. Brachmonat 1572in das definitive Eigenthum Marx Blaarers oder seiner Frau übergegangenwaren.
Yom Jahre 1572 an, vielleicht schon etwas früher, haben wir uns alsoden Junker Blaarer mit seiner Gemahlin und seinen Kindern, als LehensträgerZürichs auf Mörspurg sitzend, zu denken. Das Meyeramt Oberwinterthur,Lehen von Constanz, muss ihm bald darauf von seinem Schwager Stockei-ebenfalls zu alleinigem Besitz überlassen worden sein, da ja, wie aus demTheilrodel ersichtlich war, dieses Meyeramt sammt seiner Zugehörde, der FrauBlaarer als Pfand für ihr restirendes Guthaben von 480 ff an die Erbschaft