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iire. Se. kurf. Gnd. sind gestern Morgen um 9 Uhr mit 3 Chaisen von Mainz abgefahren, und ohugeachtet selbige dievon dem General Sommerfeld wegen einer Escorde nicht acceptiret, haben sie doch gelitten, mit 150 Pferden in
SireOfferte von
unterschiedliche kleine Commando eingetheilet unterwegens anzutreffen und von Weitem mit einigen Husaren loncoquiret zuwerden. Wir waren um s / 4 auf 12 auf dem Sammelplatz, zu Höchst fanden wir den Reichsquartiermeister und eine viertelStunde vom Sammelplatz den jungen Grafen von Pappenheim, welcher die Function seines Herrn Vaters verträte und alsReichs - Erbmarschall Se. kurf. Gnd. complimentirte. Und obschon die kurf. Intention, sogleich in den Staatswagen zu sitzen,so war doch das Regenwetter, welches man hoffte aufzuhören, Ursach, dass der Einzug bis 3 Uhr verschoben und solcher dennochin aller Nässe geschehen rnusste; kamen also um halb 5 Uhr, nachdem sie eine viertel Stund vor der Stadt von den Deputirtendes Magistrats bewillkommnet worden, unter Lösung der Canons zu Frankfurt an. Voraus ritten die Deputirte der Stadt,denen folgete der Reichsquartiermeister in einer Chaise von 4; Pferden. Der Graf von Pappenheim mit 2 eigenenChaisen mit ö Pferden, die kurfürstl. Maulthier und Handpferde mit gestickten Wappen, von jedem Kammerherrn 2 Bedientezu Pferd und ein Handpferd mit seinem gestickten Wappen, 13 bunte Wägens mit (i Pferden, von denen Domherrn undMinistris, 9 kurfürstl. Trauerwägen mit 6 Pferden, in welchem Letzterm die Gesandtschaft, in Erstenn die Minis tri undDomherrn sassen, 1 Hofpauker mit 8 Trompeter zu Pferd, der Hofmarschall, 4 Truclisess, 24 Kammerherrn,der Obristkämmerer und Ob erj ägerrn eist er zu Pferd, als 2 und 2 acht Schritt von einander, 1 Lieut. mit 20 Tra-banten, die Hoflaqueien zu Fuss, Ihro kurfürstl. Gnd. in Dero Staats-Trauerwagen mit 0 Pferden, der Oberstallmeisterneben der Chaise reitend, 6 Heiducken gehend, die Garde zu Pferd, 4 kurfürstl. Silber- und Bagagewägen und letztlichschlössen den Zug ein Lieut. mit 30 Dragonern. Als kaum Ihro kurf. Gnd. in Compostel angelangt, erhielten die Herren desMagistrats Audienz, alsdann gienge man zur Tafel. Nach 7 Uhren kamen die sämmtl. kurf. Gesandten bis auf die preussischeund pfälzische und hatten nach und nach Audienz bis halb 10 Uhr. Heute Nachmittag bequemte sich doch der kurpfälz.Gesandte vonMentzhähngen zur Audienz, welche eine halbe Stund währete. Die französischen Herrn Gesandten hattenVormittag Audienz. Msr. Canou machte es nicht lang, hingegen Msr. Blondel bei eine Stund lang und sähe ganz verwirrtaus, als er heraus kam und Ihro kurf. Gnd. ganz blass. Ihro kurf. Gnd. Hessen diesen Ahend nach 9 Uhr, da ich erst vomHofe weggehen durfte, nach dem Canzler rufen, um mit demselben über die heutigen Propositiones derer Gesandten zu arbeiten.Das kurf. Schloss zu Aschaffenburg wird in möglichster Eil vor Ihro Majestät die Königin meublirt und werden Ihro kurf. Gnd.selbst sie dort empfangen. Frankfurt, den 1. 7 br 1745. Friedrich Graf von Eberstein.
Nr - 36 ' 125.
Sire. Der preussische Gesandte hat bis dato noch keine Audienz begehret. Gestern hatten nebst vielen Fremden derrussische Gesandte Graf von Keyserling, der sardinische Marquis d'Aisotti de Rubin und der mecklenburgische Herrvon Bockmeyer Audienz. Ersterer und Letzterer blieben nebst dem Fürst von Salm und Grafen von Colloretto ander kurfürstl. Tafel. Eben gestern kam der kurcölnisclie erste Wahlgesandte Graf von Hohenzollern hier an und hatteheute Vormittag Audienz. Die österreichischen Graf von Wurmbrand, Graf von Kevenliüller und Graf von Colloretto habendie Zeit her, sonderl. Letztere tägl. zu 2, auch 3 malen Audienz gehabt und der Graf Kevenliüller war diesen Abend 8 Uhrnoch bei Ihro kurf. Gnd. Heut Nachmittag ist vom hiesigen Hof eine Estafetta nach Wien abgangen und diesen Abend nochbefohlen worden, dass der ganze Hof heut über 8 Tag die Galla equipage völlig bei der Hand habe und parat seie, dieTrauern abzulegen, also folget hieraus, dass die Wahl ehestens vor sich gehe und die Krönung kurz darauf, indem der Gold-stücker heut Abend, auch noch den Befehl bekommen, ja fleissig zu sein, damit längstens in 14 Tagen der kurfürstl. Ornatfertig seie. Frankfurt, den 3. 7 br 1745. Friedrich Graf von Eberstein.
Nr. 37. jgg
Sire. Vergangenen Sambstag Abend kam auf einmal ein Lärmen, als wenn die Franzosen mit 20000 Mann und schwererA rtillerie in Anmarsch, um Mainz zu bombardiren, weswegen aus kurfürstl. Befehl die Generals von Riedt und Eitz, derOhrist von Wildenstein und ich noch Nachts 10 Uhr hinunter reisen mussten, im Fall der Noth bei der Hand zu sein.Als wir aber dahin kamen, fanden wir Alles in Ruh und dass sich aus Furcht vor denen österreichischen Husaren kein Franzoseauf 6 und mehr Stund blicken Hesse. Und war der Lärm daher entstanden: 2000 französische Pferde mit 4 Feldstücken hattensich heruntergezogen nach Kingerustein an der Seltz, um Fourage einzutreiben, welche aber von 130 österreichischen Husarenunter einem Rittmeister und 2 Lieut. an 3 Orten, attaquiret und nach der Hauptarmöe mit Verlust IG Mann, 20 Pferdenund soviel Gefangenen zurüekgejaget worden. Eine andere Husarenparthie von 40 Mann, welche sich bis an die Thore vonSarlouis gewaget, brachte gestern Morgen, ehe wir wieder von Mainz abgingen, bei 30 Koppel Pferde, etliche 20 Ochsen und12 Gefangene ein. Die Brücke bei Biebrich ist nunmehro fertig und sind gestern die Croaten, 6 bis 800 Husaren und etHckeGrenadier-Compagnien herüber marchiret, man glaubt aber nicht, dass das ganze Corps übergehen werde. Gestern ist hier derWahltag auf künftigen Montag als den 13. ausgeblasen worden, und dass sich zwischen hier und Sonntag früh alle Fremd, sounter keiner Protection stehen, hinaus machen sollen. Se. kurf. Gnd. sind noch nicht auf dem Römer gewesen, morgen aberwerden sie zum erstenmal dahin gehen, und morgen wird ihnen die hiesige Bürgerschaft den Eid der Treue ablegen.
Der preussische Gesandte Msr. Bolman hat am Sonntag endlich seine Visite abgeleget und speiset heut nebst seinerGemahlin und mehrern Gesandten und deren Gemahlinnen bei Hof. Die Reis Sr. kurf. Gnd. nach Aschaffenburg, um dieKönigin zu empfangen, ist festgestellet. Daselbst sind schon 10 königl. Edelknaben und andere Bediente und Bagage an-kommen, um die Königin zu erwarten. Am Sonntag haben Ihro kurf. Gnd. in der Dom- und heut in der Heben Frau-KirchMess gelesen und sind mit 2 Chaisen mit 6 und 5 mit 2 Pferden bespannt, die CavalHers vor der Chaise hergehend dahingefahren. Frankfurt, den 8. 7 br 1745. Friedrich Graf von Eberstein.
Nr. 38. 1^7
Sire. Ich habe zwar heut Morgen alleruntertliänigst berichtet, dass der preussische erste Wahlgesandte Baronvon Danckelman heut hier eintreffen würde, allein er hat einen Courier auf der ersten Post von hier zu Friedberg empfangenmit der Ordre, zurückzugehen, und heut Morgen sind der hier gewesene preussische Gesandte Msr. Bolman nebst denen kur-pfälzischen beeden Gesandten Grafen- von Chasberg und von Mentzhähngen auch olmvermuthet von hier abgereiset, umder morgenden Wahl nicht beizuwohnen. Der Einzug von künftiger kaiserl. Maj. wird den 20., die Krönung den 27. diesesund der Kaiserin Krönung den 4. 8 br vor sich gehen. Frankfurt, den 12. 7 b r 1745. Friedrich Graf von Eberstein.
Nr. 40.
128.
Sire. Die Römische Königswahl ist ohngeacht des brandenburgischen und pfälzischen Voto Gottlob glücklich heut voll-zogen worden, und waren ihre kurfürstl. Gnd. um 3 Uhr schon wieder zu Haus. Das ohnbeschrcibliche Vivatrufen des gemeinenVolks währet noch lange darnach als sie schon im Zimmer waren. Die Freude, so hiesige Stadt anheut bezeiget, "ist nichtgenugsam zu beschreiben, weil die Kaiserkrou wieder aufs Haus Oesterreich kommet. Der Generalmajor Graf von Osteinist anstatt des Domherrn seines Bruders von Seiten Kurmainz vor einer halben Stund mit dem Reichsmarschall Grafenvon Pappenheim abgeschickt, die Gratulation abzustatten. Der französische Gesandte Msr. Saint Severin hat sichgestern excusirt, dass er wegen Ohnpässliclikeit nicht zur Stadt hinaus könnte, weswegen man ihm eine Wacht geben, wovorer sich noch schön bedanket, dass man so viel Sorgfalt vor seine Sicherheit trüge. Frankfurt, den 13. 7 br 1745.
Ohne Nr. Friedrich Graf von Eberstein.
129.
Sire. Vergangenen Sonntag Nachmittag halb 2 Uhr kamen Ihro Rom. Königl. Maj. unter beständig Vivatrufen desgemeinen Volks, Lösung der aufgepflanzten Canonen, Paradirung 40 Mann kurmainz. Leibgarde, zweier Grenadier-Compagnienund eines Bataillons von unsenn Regiment, wie auch der Bürgerschaft mit 3 chaisen von Heidelberg hier an, speiseten so-gleich öffentlich, wie auch den Montag Mittag. Den Abend legten sie sich zeitlich nieder und gingen incognito nur mit einer