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Folge 4 (1883)
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betonte die Notwendigkeit einer dritten Macht, welche nnter französischemSchutze stehen müsse, nm nach Bedürfnis gegen Österreich oder Preußen gebraucht werdenzu können. Durch das Bündnis zwischen England, Rußland und Österreich (II. April 1805)lösten sich die Fürsten von Bayern, Baden und Württemberg vom Kaiser los und schlössenein Trutzbündnis mit Frankreich. Napoleon besiegte die Verbündeten in der Dreikaiser-schlacht Lei Austerlitz, worauf Bayern und Württemberg zu Königreichen avancierten. Am1. August 180K erfolgte nun die Bildung des Rheinbundes. Graf Bcust hatte für Dal-berg unterzeichnet, oem dadurch der Rang und Titel eines souverainen Fürsten Primasdes Rheinbundes mit dem Vorsitze in der Bundesversammlung und ein Gebietszuwachsseiner Länder um Frankfurt, die rechtsmainzischen Besitzungen des Fürsten Löwensteinund die Grafschaft Rieneck verliehen wurde. Der Kaiser von Frankreich war Protektordieses neuen Bundes. So war das deutsche Reich nun faktisch aufgelöst. Franz legte dieKaiserkrone nieder und entband die Reichsstände von ihren Pflichten gegen ihn. Dalbergmachte (9. Sept. 1806) die ehemals freie Reichsstadt Frankfurt zu seiner Residenz. DerKrieg Napoleons gegen Preußen und Rußland begann, zu dem die Verbündeten ihreKontingente schicken mußten. Preußen und Rußland unterlagen, im Juli 1807 ward derFriede zu Tilsit geschlossen. Im Herbste l808 kam Napoleon wieder nach Deutschlandzum Fürstenkongreß in Erfurt, dem auch Dalberg beiwohnte. Im Jahre 1809 mußtenwiederum die Kontingente der Rheinbundsstaatcn für den Krieg gegen Österreich mobilgemacht werden. Napoleon war wieder siegreich und diktierte am 14. Okt. 1809 zu Schön-brunn den Frieden. Die durch denselben erfolgenden Gebietsveränderungen trafen auchwieder den Fürsten Primas. Das Fürstenthum Regcnsburg fiel an Bayern, dafürerhielt er die Fürstenthümer Hanau und Fulda.

Die Gesamtbesitzungen Dalbergs wurden zu einem Staat als Groszhnzosi-thum Frankfurt vereinigt. Dalberg ging nun an die Organisation seinesGroßherzogthums, in dem die französische Verwaltung eingeführt wurde. Ministerwurden AlbNli für das Innere, Justiz und Polizei, Graf Bellst fürFinanzen, Domänen und Handel, Freiherr Von Eversten: als Staats-sekretär und für die auswärtigen Angelegenheiten.^) Dieser MinisterFrhr. von Eberstein war ein naher Verwandter Dalbergs, denn seine Mutterwar Sophia Franziska (geb. 18. Sept. 1731, f 21. Januar 1798), desHugo Philipp Eggenbert Frhrn. von Dalberg Tochter. Eberstein hatte auchDalbergs Vornamen Karl Theodor.

Der Feldzug Napoleons nach Rußland fand Dalbergs Billigung nicht,, ermußte aber doch auch sein Kontingent dazu stellen.

Im Sommer 1881 erhielt ich nachstehenden Brief <l «I. 1»ver«, 21. luli 1881:

Hochgeehrter Herr! Auf Empfehlung des Hrn. Or. Lollätklsr, Krcisarchivar inWürzburg, erlaube ich mir Euer Hochwohlgeboren als Verfasser ..der Geschichte der Frei-herren von Eberstein" in folgender Frage um Rath und Auskunft anzusprechen.

Ich arbeite seit mehreren Jahren an einer Geschichte des frühcrn primatischen Militär-Regiments von Zwcyer, wozu ich die Akten in den Archiven von Berlin, Würzburg,Frankfurt und Aschafscnburg zu sammeln hatte.

Euer Hochwohlgeboren "wissen wahrscheinlich, wie sehr die Archive des Großherzog-thums Frankfurt-Aschaffenburg, speciell das Militär-Archiv zersprengt sind.

Es ist mir nun nach langem Suchen gelungen, bcilkah vollständige Notizen zu er-langen, ganz besonders, nachdem Freiherr von Muroonng.z?-1Zsaulisn meine Aufmerksam-keit auf das Staatsarchiv zu Berlin gelenkt hatte und ich persönlich in Aschaffenburg einePartie vergessener Akten in der Jesuitcnkirchc gefunden hatte.

Ich sage beinah, denn eine Periode, das Jahr 1813, ist noch sehr lückenhaft.

Damals standen die Trümmer des im Jahre 1812 gegen Rußland marschierten Re-giments in Danzig. Von dortcn schickte der Oberst von Horadam im Juni 1813Berichte an den Herrn Kriegsminister von lüdsrstsin. Dieselben sind in der Oorrs-sxoncksns des Herrn von kildörstsin mit dem Großhcrzog erwähnt, jedoch nirgends zufinden. Ein Gleiches gilt für die Napporle der Befehlshaber des OonlinMnks 1813, Haupt-mann von Hsnssnsiainsr und Oberst-Lieutenant llnckelhauser. Diese Berichte sind eben-falls in obiger Oorrssxoncksn? erwähnt und besprochen, jedoch unfindbar.

Ich erlaube mir an Euer Hochwohlgeboren die ergebene Bitte und Anfrage, ob indem Nachlasse des Freiherrn von Eberstein, primatischcn Kriegsministers, in dieserRichtung etwas zu finden ist und ob ich davon Einsicht bekommen könnte.

*) Zeitschr. des Vereins für Hess. Geschichte. Neue Folge VIII. Heft 1 u. 2, S. 177203.