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Folge 4 (1883)
Entstehung
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304
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Sollten in Ihrem Familienarchivc sich keine Akten dieser Art Hefinden, so werden Siewahrscheinlich meinen Rsobsrobsn die richtige Lenkung geben können.

Die korrssnondsim des Kriegsministcrs mit dem Großherzog fand ich im k, preuß.Staatsarchiv in Berlin. Sonderbarerweise erwähnt dieselbe sämtliche betreffende Rapportsals beiliegend, jedoch liegen diese nicht bei und befinden sich weder in Berlin, noch inWürzburg, fioch in Aschaffenburg.

Indem ich im Voraus Euer Hochwohlgcborcn meinen aufrichtigsten Dank erstatte, be-nutze ich diese Gelegenheit zu der Versicherung meiner vorzüglichsten Hochachtung.

Knill. Karnaps,

Rechtsanwalt des Kaiserlich-Deutschen Konsulats in -4ntrvsrpsn(35 Rus van Lrös).

Dem Freiherrn Louis Ferdinand von Eberstein, Dresden.

Nun war mir vor mehreren Jahren ein Schreiben dergroßHerzog!.Hess. Bürgermeisterei der Provinzial-Hauptstadt Mainz" vomL6. Januar 1859 zugegangen, worin mir mitgeteilt wurde, daß die von demverstorbenen Staats-Minister Kurl Dbsoäor 1. Freiherrn von llbsrstsin derStadtllibliothek zn Mmnz zur Aufbewahrung übergebenen Papiere aus-schließend die Geschichte des Gvoschrrzogthuilis Frankfurt betreffen.

Nachdem ich dem Advokaten Herrn (iuillaums Lernens am 3. Aug. 1881hiervon Mitteilung gemacht hatte, erhielt ich von demselben folgendes Antwort-schreiben ct. <Z. Unvsrs, 8. August 1381:

Hochgeehrter Herr! Ich beehre mich, Ihnen für Ihre gefällige Mitteilung meinenverbindlichsten Dank auszusprechen.

Ich habe mich sofort an die betreffenden Behörden in Mainz gewendet und hoffe, dortdie so lang gesuchten Dokumente zu finden.

Von dem Resultat meiner Rsobsrolrsu werde ich Ihnen Bericht erstatten.

Mit dem erneuerten Ausdruck meiner vorzüglichsten Hochachtung

Knill. Kornaus.

Von dem Resultate seiner Recherchen konnte mir aber Herr RechtsanwalttZsrnays keine Mitteilung machen, denn er wurde am 7. Januar 183S zu Brüsselermordet. Hornaus, seiner Geburt nach ein Deutscher, sah schon in zarter Jugendseine Familie nach Belgien auswandern. Im Alter von S2 Jahren begann erin Antwerpen im Jahre 1870 seine Laufbahn als Advokat. Dabei bewahrte ereine große Vorliebe für militär-geschichtliche Studien, die ihn, verbunden miteiner aufrichtigen Anhänglichkeit an sein einstiges deutsches Vaterland, dazu führten,speciell die Schicksale der Rheinbundtruppen unter Napoleon I. zu verfolgen undden hierauf bezüglichen kärglich fließenden Quellen nachzuspüren. Seine Studienüber das Großherzogthum Frankfurt und die Schicksale seiner Truppenkonnten als abgeschlossen gelten. Dieselben sind daher auch von seinem FreundeFreiherrn von Urcienno herausgegeben worden. Aus diesem Buche nun ist er-sichtlich, daß Kornaus' Nachforschungen in der Mainzer Stadtbibliothek von gutemErfolge gewesen sind, denn darin (S- 393 ff.) findet sich einer von den langegesuchten Berichten des Obersten Horadam an den Minister v. Eber-stein abgedruckt:

Der Großhcrzoglich Frankfnrtischc Major und Kontingents - Kommandant Horadam

an

Se. Excellcnz den Herrn Minister der Kriegs-Administration Baron von Eberstein.

Seit meinem letzten Rapportschreiben, in welchem ich Euer Excellenz von dem Marschedes Kontingents nach Wilna zu benachrichtigen die Ehre hatte, habe ich die härteste Zeitmeines Daseins verlebt. DatiZus und Kälte haben mir. bis Wilna eine Menge Menschenund 11 Drain Pferde getödtet, das schlechte Do^is, die geringe vivsrs und die halbelouraZs Rationsn aldorten schwächten die Uebriggebliebenen noch vollends ab, wodurchdie Kranke sich mit jedem Tage merklich anhäuften, für welche an keine Aufnahme inHospitäler zu denken war, es starben vielmehr jede Nacht einige unter den Gesunden inden Quartieren, die man des Morgens auf die Straaße warf. In diesem Zustande erhieltich am 2ten d. die Drctrss, am in der Division über Niüicki auf der Straaße nachMinsk der sich zurückziehenden Armee entgegen zu gehen. Der Ksnsral Krassisn führteuns an und wir kamen bis Dsiniana, 7 Meilen von Wilna, wo wir schon schwärmende