Druckschrift 
Folge 4 (1883)
Entstehung
Seite
288
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Wilhelm Frhr. von Everstei» gen. von Biivino schreibt on seinen Batcr.

Dresden, 30. XI»'. 1777. Gnädigster und zärtlich geliebter Herr Vater!Aus Derselben gnädigen Schreiben vom 7. lluj. habe ich mit Bestürzung Dero-selben Krankheit ersehen. Gott wolle dergleichen ferner in Gnaden abwendenund alle Folgen davon verhüten, damit keine Schwäche Ihrer Kräfte Dero Ge-sundheit, welche doch immer bei denen Ltrapassu des Lxsrcircns Verkältungenausgesetzt ist, schade. Gott sei gelobet, daß das Mpsauäische Pulver wiederumso erwünschte Wirkung gethan hat. Allein ich bin gewiß, daß die Vorsicht IhreTage noch eine Anzahl Jahre erhalten wird, da die Verheißung des Frommenein gesegnetes Alter ist und von Ihrem Wohl das Wohl Ihrer Kinder und ver-schiedener anderer Menschen abhängt. Gebrauchen mein gnädiger Herr Vater dochzuweilen, wann Sie das llilllcauclische Pulver nicht genommen, die HallischeLsssntia llulcis, welche die Kräfte der Nerven :c. unendlich stärket. Ich habebei der täglichen Notwendigkeit, im Loltcgio zu sein, das lAitwaullische Pulvernicht oft brauchen können :c. Zu dem neu eintretenden Jahre wolle Gott Ihnen,mein theuerster Herr Vater, allen Segen im Geistlichen und Leiblichen gnädigstschenken in der Maße, als es Ihnen mein Herz und kindliche Dankbarkeit an-wünschet. Würdigen Sie mich einiger väterlichen Liebe und Duldung auch indiesem Jahre. Mein Herz hat nichts als Dank, den es Ihnen im reichstenMaße zollt. Gott wolle hier und dort der Vergelter sein, und wird es auch.

Ich schreite zu einigen Familien-Angelegenheiten. Von Herrn Rath Hucllotkist ohne Zweifel Ihnen in Nachricht gemeldet worden, daß den 13. Ose. einVorbeschied wegen der Abtretung von Horla vor dem Oberaufseher-Amte ge-pfleget worden, der aber soweit ohne Frucht gewesen, da der Fr. JägermeisternL.ctor alles all rslcrciuZum angenommen und wider die Natur eines Vorbe-schiedes zu keinem Vergleichspunkte instruirt gewesen, daß also der Icrmiu pro-röhrst worden, von dessen Erfolg ich nächstens Nachricht zu geben die Ehrehaben werde 2c. Durch Hrn. llävocat llpcl Hieselbst habe ich bereits den erstenllcrmin all justillcanclaru appcllationciu in der 3000 Thlr. Sticht bei demllppcllations-Gerichte Hieselbst abwarten lassen, und da den Norungsru mehr amEndurtel gelegen ist, als Ihnen, so mögen sie selbst darin soilicitircn. UnterS Jahren ist beim llppsll.-Gerichte schwer ein Urtel heraus zu haben :c. DieRvtiiuische Sache steht jetzt auf einem Läuterungs-Urtel, welches in einem vicas-tsrio zum Verspruche Rechtens liegt und nun auch nächster Tage zum Vorscheinkommen muß. Die Lbklgcnchts- und andere Streitigkeiten sind bekanntlichdurch die endliche klcjcction der Aoruugschen Appellationen c. clausula ent-schieden, und ist nun nächst der Aorlaischen, kotliaischen und 3000 Thlr.Sache noch die wegen der im Febr. 1773 gemachten Hütten- und BergWerks-Tifferenz entstandene Streitigkeit der gemachten neuen Einrichtung halben, daein Hütten-Inspsetor und Direktor gemacht 2c. :c. In der KanACiIiüusevBcrgsache ist mir durch kuäloll ein Drouillon zu Vergleichsvorschlägen von einemtertio connnuniciret worden. Dergl. Vergleichsvorschläge, als diese sind, sindeben so tolle, als ein verlorner Drocess. Die schönen Punkte sind :c. 2c. Inder Uanskelllschen 8eMe«tratioii8-FordtNMg ist an die Landes-Reg. einLpecial-klescript aus dem Geh. Lonsilio an den Oberaufseher zu Eisleben, daßer die v. Edsrstain, wie sie zuvorderst in der Sache ein ordentliches Vorbringenzu übergeben, hierbei ihre Imgitimation gno act psrsoims st causam in Richtig-keit zu setzen und ihre Forderung hinlänglich zu äcäucirsn hätten, bescheiden,hierauf zwischen denen suppticirsnäsn v. ll. an einem, dann von wegen desFürsten-Grafen zu Aanstsill verordneter Kanzelei - Oircctor und Rüthenam andern, nicht minder dem Lcgucstrations-Rentmeister dritten Teils einenDermin anberaumen, darin bemeldte Parteien gegen einander verfahren lassen,