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Wann der Dolmetscher, ein Jude, den Namen des Königs nannte, machteder Muhsir allezeit eine, mit kreuzweisen Händen auf die Brust gelegt, Ver-beugung mit dem Oberleibe, da er auf einem Kissen saß, ließ Sorbet herumgeben und gab uns seine Pfeife aus dem Munde zum Rauchen, die nach einpaar Zügen zurückgegeben wurde, und als er uns los sein wollte, ward ge-räuchert.
Die Pferde liefen auf den Steppen am Dniester wild herum in Rudeln,und die Tartaren fingen sie mit Schlingen ein, wozu viel Entschlossenheit undKraft gehörte, welches sie mit außerordentlicher Geschicklichkeit exekutierten, wobeiauch die sonst feigen Juden, die mit helfen und rssp. die Mäkler machten,viel Muth und Entschlossenheit zeigten. Auf einer solchen Exkursion an derpolnischen Grenze wurden wir eine Nacht, da wir schon einen ansehnlichen Ein-kauf von Pferden gemacht hatten und glücklicherweise 10 Dragoner und 2 Unter-officiers bei uns hatten, von den Heydamacken den 7. Juli überfallen, dieüber die polnische Grenze in das Dorf fielen, dabei ein Dragoner erschossen ward,früh mit der Dämmerung. Wir lagen auf einer Streu, und nachdem ein PaarSchüsse gefallen waren, so waren wohl 10 solche Kerle, die wie Kasacken aus-sahen, in der Scheune des Kretschmars, da sie in des Kretschmars Stube 2 Dra-goner gefunden. Glücklicherweise hatten sie nun schon erfahren, daß wir nichtRussen, sondern Urussaaüi wären, und da auch ein preußischer Deserteur unterden Heydamacken war, so kamen wir ungeplündert und mit dem Schreck davon.Die Kerle hatten angezündete Kienspäne mit und durchsuchten alles, fanden unterandern eine Schachtel mit PolychrestewPillen, die versilbert sind, und da der aufseine Sprache und durch Deuten frug, was das wäre, so wieß ihm durch Zeichender Hauptmann, daß es etwas in den Mund zu nehmen sei. Da schmeckte ereine und machte ein hämisches Gesicht und spuckte, daß wir bei aller Gefahrlachen mußten. Doch nahmen sie uns nichts, nur dem Kretschmar nahmen siealle seine Münze, die er hatte, doch war solches nicht über etliche polnische fl.Indessen war Lärm geworden, der das Zusammenlaufen der Dorfeinwohner mitStangen und Prügeln veranlaßt hatte, und sie retirierten sich, nachdem der Haupt-mann ihnen 8 Dukaten verehret hatte, und sagten, sie hätten geglaubt, Russen zuüberfallen. Nach der Zeit sagte man, es wäre Gesindel von der sich bildendenUontöäeration gewesen, welches um so glaublicher, da ein preußischer Deserteur,der Deutsch sprach und bei Dossov-Husaren gewesen, darunter war, der denAnführer machte, da die Heydamacken, ein damals bekanntes Räubergesindel, unsnicht so wohlfeilen Kaufs davon gelassen haben würden.
Nach meiner Rückkunft Ende September in Tilsit setzte ich meine Lehr-stunden fort. Mein Rektor in Tilsit, der Magister Ledusterus, ein übrigensgelehrter, aber äußerst pedantischer Mann, dessen Lieblingsbeschäftigung undStudium die Poesie und Philosophie war, dem ich übrigens viel zu danken habe,hatte inmittelst sich zum 2ten Male verheirathet, lebte mit diesem perversen Ge-schöpfe von einer Frau in stetem Zanke, der oft in thätige Schlägereien aus-artete. Und da ich ihm hierbei oft eine schützende Hülfe gegen sein wüthendesWeib war, so gab das verschiedene komische Auftritte, in welchen ich den Schieds-richter machen mußte. Ende dieses Jahres that ich beim Exerzieren einen Sturzmit dem Pferde, dabei ich, vom Sattel gedrückt, eine Rippe auf der linken Seitezerbrach. Und dieser Unfall, der nach der Heilung eine Art von Engbrüstigkeitzurück ließ, gab Veranlassung, daß niein Vater mich meiner stets kränkelndenGesundheitsumstände halber endlich die militärische Larrisrs aufgeben und meinenAbschied geben ließ. Diesen Gegenstand muß ich des Einflusses halber auf meinSchicksal und meine Lebensweise etwas deutlicher erörtern. Oben habe ich er-wähnt, daß, als ich zur Welt geboren, ein sogenanntes Mal auf der rechten Seite