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durchgelesen hatte; und da in meiner Elternhause alles, was nur von Honora-tioren in Tilsit war, ofte und fast täglich sich befand, so ward ich durch dasDisputieren, das ich liebte, und darin sich die bei der dasigen Provinzial-Schulebefind!. 5 Schulmänner mit mir viel zum Spaße abgaben, in dieser Zeit in Ab-sicht auf den Kopf durch eigne Bemühung etwas gebildet, da mir auf der an-dern Seite mein mehrenteils kranker Hofmeister bloß durch Uaisomminent nützte,und weil ich sein Krankenwärter war, mich machen ließ, was ich wollte. Zugleichkam ich bei dieser Gelegenheit zu manchen medicinischen Kenntnissen und fiel miteiner ordentlichen Gierigkeit auf die lloowrs von chemischen Büchern, wobei mirdie Bekanntschaft eines geschickten Apothekers, Namens Klein, dessen Lieblings-studium die metallurgische Chemie war, in praktischer Rücksicht früh Kenntnissebeibrachte.
Im Jahre 1762 ging ich mit meiner Mutter, einer Schwester (die llo. 1757geborene Charlotte Christiane Sophie) und 2 Stiefschwestern aus Preußen (mitdem Rekruten-Kommando für das Regiment unter Kommando des Hauptmannv. Preuß) nach Sachsen über Königsberg, Marienwerder, Küstrin,Berlin, Magdeburg nach Harzgerodc ins Anhaltische zu einer Großtante,der verwitweten Ober-Berghauptmann v. Eberstein geb. v. Werthern,bei der meines Vaters Schwester Christiane v. Ebenstem wohnte, wo ichaus Leinungen verschiedene Mitglieder der Ebersteinischen Familie kennenlernte. Meine Mutter blieb zurück, und mich brachte man von da zu meinemVater und dem Regiment ins Gebirge bei Freiberg, ward preußischerJunker bei dem damals v. Plettenberg'schen Regiment, wohnte derUataills bei Freiberg bei im Oktober 1762, bei der das Regiment, so meinVater kommandierte, einen vorzüglichen Anteil am Gewinn der Unwille zu Frei-berg nahm. Mein Vater ward am Fuße blessiert, ließ sich nach der Unwillenach Nossen bringen, wo ich bald 2 Monate den Krankenwärter machte. ImMonat December marschierte mein Vater mit dem Regiments nach Herzberg inden Kurkreis, wo wir bis zum Ende Januars standen. Die Mutter war nebstder übrigen Familie und meinem Hofmeister Kamann dahin gekommen, und indieser Zeit, da mein Vater meine Schwester denen Ehepnetis zuwider evan-gelisch erziehen lassen wollte, zu dem Ende sie nach Berlin in Lensian that,gab dieses Ereignis zu manchen häuslichen Auftritten Veranlassung. In Herz-berg selbst kam ich deshalb einmal in Arrest auf die Hauptwache, währendmein Hofmeister, der bei mir sonst logierte, nebst meiner ältesten Stiefschwestermeine rechte Schwester Charlotte nach Berlin in die Lensian brachten.
Mein Lehrer Kamann betrank sich zuweilen, da er sich nicht moderierenkonnte, und hatte auch mit den Mägden immer Intrigusn, wo sich einsmals,als wir in Harz gerode bei meiner Großtante waren, eine lächerlicheHistorie zutrug. Meine Großtante hatte 2 dlieosn von Wertster», Charlotteund Christiane, bei sich nebst einer französischen UaÄeraoissIIe. Zu dieserschleicht sich Herr Kamann Nachts im Hemde vors Bette. Allein, da die Fräu-leins noch wachen, wird Lärm. Und diese und ähnliche bereits vorhin mitMägden sich ereignete Geschichten machten sonderbare Eindrücke auf mich.
Mein Quartier in Herzberg war bei einer gewissen Naäams Mensel,die sich immittelst an einen Kaufmann aus Leipzig verheirathete. Diese hatteeine Tochter, eine junge Pfarrer-Witwe, die nachher den dasigen Postmeister inHerzberg geheirathet. Als das Regiment in Herzberg stand und die Friedens-Untcrhandlungen im Anfange des Jahres 1763 in Hubertusburg zustande kamen,sollten die ausgeschriebenen Kontributionen mit Härte schnell beigetrieben werden.Und da mein Vater die Stadt Herzberg und die herumliegenden Güterbesitzernicht mit der intendierten Härte behandelte, daß also die Kontributions-Summen