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Dresden, worin ich die Wahrheit sage, und ich bitte auch recht fleißig daran zusein, daß die Sachen zu Ende kommen, soviel es die Umstände leiden wollen :c.Lebe wohl! Gott erhalte Dich ferner! ich bleibe ohnverändert Dein treuer Vater
Ebcrjtcin.
Lebenslauf Wilhelm's von Eberstein.
(Bruchstück.)
Geschrieben (zu Dresden) am 11. Februar 1803 nach erreichtem 50. Jahre.
Geboren den II. Febr. 1753 früh 3 Uhr zu Tilsit in Ostpreußen. Vaterwar damals Hauptmann bei dem Ruitzischen (nachher Plettenberg., dannAppenburg.) Regiments. Meine Mutter, eine geb. v. Dubinsky, war in denersten Monaten ihrer Schwangerschaft von meinem Vater zu einer Jagdpartie mit-genommen, und als sie nach einem Hasen schießt, fliegt ihr ein Pulverkorn vonder Pfanne zurück an den Hals, sie fährt mit den Fingern, indem sie bei derprickelnden Empfindung erschrickt, nach dem Flecke. Als ich zur Welt komme, sobesieht man mich nach dem Abwaschen, und auch am Halse habe ich ein Löchleinin der Haut, wie mit einer Stricknadel gestochen, jedoch eine Haut wie die andere(wie die Sprache der Kindermütter es ausdrückte). Diese Thatsache wird hierals Physisch bemerkt, weil dieser Umstand in Rücksicht auf meine Gesundheit undDiät und Lebensweise auf meinen sittlichen Charakter wegen der steten Aufmerk-samkeit auf mein Körperliches den entscheidendsten Einfluß gehabt hat.
Aus den ganz frühen Jugendjahren erinnere ich mich noch heute mit völligemBewußtsein der damaligen Empfindung bei zwei frühen Vorfällen meiner Jugend-zeit (welches in psychologischer Rücksicht bemerkt wird). Mein Vater war imJahre 1754 auf ein Werbe-Kommando ins Reich kommandiert worden. Als ernach Verlauf eines Jahres 11. 1755 im Frühjahre rnonss Hpril zurückkommt, sobringt er mir einen hölzernen mit Silberschaum versilberten Degen mit. Nochheute, in meinem 50sten Jahre, ist meine Erinnerung so lebhaft vor meinerImagination, daß ich das Lokale der Stube (welches eine Mittelstube war), dieFigur meines Vaters, in der Uniform des Regiments, einen Rock zum Über-knöpfen und zwei schwarzseidene Mauchens über die Hände gestreiftmit seidenem Felbel bebrämt, in die Thüre treten und mich von derErde aufheben sehe. Nach Erhaltung des hölzernen Degens, den man mir inden sogenannten langen Rock gesteckt, erinnere ich mich, wie ich mit solchem inder Stube am Gängelbande herum gelaufen, und weiß auch die blau und weißgestreifte Leinwand meines langen Röckchens mich noch heute zu erinnern. Dadiese Erinnerung eines Vorfalls in einem Alter von 2 Jahr 2 Monaten mirnoch lebhaft vorschwebt, so bemerke ich solche, indem spätere Vorgänge aus dem3ten und 4ten Jahre mir in zahlreicher Maße noch erinnerlich sind. Ein nochfrüheres Ereignis, da ich 1 Jahr und 4 Monate alt gewesen, erinnere ich michzwar eben noch heute mit völligem Bewußtsein, so wie meine ganze bisherigeLebenszeit, zwar lebhast, nur nicht im Zusammenhange mit andern Ideen, dabeiwie bei dem Vorigen keine Lomdinutio tcksururn stattfand Meine Mutter kamnämlich Ho. 1754 im April mit einem Sohne Namens Karl nieder, der nach4 Wochen starb. Noch erinnere ich mich, so wie immer bisher, daß ich bei der
Erben von dem k. Hofgerichte zu Königsberg liquidiert worden, in solchem Gelderzur Auszahlung gekommen und daß die oslprcuMchc Regierung zu Königsberg Ende 1783gegen den Hofrath v. Eberstein den Emigration«- und Konfiskalionsprozes! angedroht,weil sich derselbe in S'r. lnnsürsll. Durchi. Diensten befunden und man geglaubt, er sei preuß.Vasall, daß aber mittels Lab.-O. ä. ä. Berlin 19. llan. 1784 die Regierung zuKönigsberg angewiesen worden, ihm die zur Distribution gekommenen Gelder, sowiesein übriges dortiges Vermögen abschoßfrei verabfolgen zu lassen.