Druckschrift 
Folge 4 (1883)
Entstehung
Seite
273
Einzelbild herunterladen
 

273

und gegründete Weise, damit wir keine Schlösser in die Luft bauen und die Ellelänger als der Kram wird. Wobei ich noch dieses sage, daß ich zu soiicksnUnternehmungen, so weit ich es bedrücken kann, meine Hülfe nicht versagenwerde.

Der Karl ist eine Zeit wieder übel gewesen und klaget noch. Man hatihm einen kleinen Knochen aus der Wunde genommen; der Regiments - Feldscherweiß aber dessen Herkunft nicht mit Gewißheit zu bestimmen. Deine Mutter undGeschwister grüßen Dich herzlich, die Lottchen oxausiret ihr Nichtschreiben da-mit, daß Du ihr auf ihr letzteres nicht geantwortet und wozu eben nicht sovielZeit gehöre. Ich empfehle Dich der Obhut Gottes und bin Dein treuer Vater

Ebcrstcin.

u. L. Ich sollte der Nsvus in Schlesien mit beiwohnen, wovon mich aber meine Krank-heit abgehalten. Der Hr. dsusrsl aber sind dahin gegangen und der N-rjorv. ?rs.nbsnvsrA hat meine Stelle ersetzen müssen. Stutterheim ist auch sehr elendgewesen und fast gestorben, er bessert sich aber auch jetzo und grüßet Dich vielmal, sowiealle Bekannten.

lilse, 14. 1775. M. l. S.! Es hat mir zwar der Herr Rath Uucklolkzeitig genug gemeldet, daß der Hr. Advokat lmurontmus das Hohenthal'scheKapital, so auf diesen kommenden Malmo! gefällig ist, aufgekündigt habe w.Uber dieses habe sowohl Dir als Hrn. Nartim anrsaoirnnanäiret, diese Angelegen-heit bestmöglichst zu besorgen, daß mir dieses Kapital noch wenigstens drei odervier Jahr gelassen würde, und da Ihr beide auch in Euren letzten beidenSchreiben kein Wort von dieser vor mich so intsrossanten Sache meldet, so binich ganz sicher dabei gewesen, und habe nicht die geringste Anstalt zu Abtragungdieses Kapitals gemacht :c. Nun erhalte soeben wider alles Vermuthen bei-kommenden Brief :c. Da ich nun nicht änderst vermuthen kann, als daß derschlaue Koch sich hinter den Hrn. Uaurontmus gesteckt und diese Karten gemischtbat, so ist alles Mögliche anzuwenden, um dieses Kapital gegen üura osssa beijemanden anders aufzutreiben w. Es wird ja noch Mittel in der Welt sein,soviel Geld auf eine so sichere Hypothek zu bekommen :c. :c., und bleibe Deintreuer Vater Ebcrstein.

Ich hoffe übrigens, daß der Herr Rath den Totenschein wegen des sel.Bruder LlldW. Ernst im Frühjahr erhalten haben wird. Ich sehe demnachnicht ein, warum die Frau Jägermeistern die Lehnstammzinsen nicht be-zahlt. Sollte der Herr Rath den Schein nicht erhalten haben, so melde mires gleich.

4'itse, 28. ^ov. 1775. M. l. S. Dein Schreiben vom 23. Oet. ist zurechteingelaufen und dienet Dir auf die erste Matsris zur Antwort, daß ich zu Deinemkünftigen Unter- und Ankommen gerne alles thun und anwenden will, was nurmöglich ?c. Willst Du nun damit eine Probe machen, Dich in der Fremde zuxroäuoiren, um in Deinem Lieblingsfache anzukommen, so bin ich es wohl zu-frieden :c. Es werden sebr viele junge Leute Cinpioi suchen, die dieses nicht zuverzehren haben. Viel zu reisen hast Du ja nicht. Gesetzt, Du wolltest eineReise nach Wetzlar thun, so wäre selbige von etlichen 30 Meilen; gingest Dunun mit Extrapost, drei Pferde gerechnet, sind etliche 30 Thlr. ohne das Postillon-geld, die Station 16 bis 13 Gr. Damit wärest Du da. Was Du übrigensvon Deiner wenigen Weltkenntnis schreibest, so darf selbige eben nicht zu großhierzu sein, ein vernünftiger, kluger Mensch kommt allenthalben fort. Bekannt-schaft zu machen an einem Ort und sich zu proäuairen kostet kein Geld; manbittet sich die Erlaubnis aus, demjenigen, bei welchem man es vor nöthig hält,die Aufwartung zu machen oder ihm seinen Besuch abstatten zu dörfen. Ist esan einem fürstl. oder an einem andern Hofe, so wendet man sich an den Hof-marschall oder Ober-Hofmeister und giebt dem sein Verlangen zu erkennen, sich

18