was sie aci Lassan, schuldig. Hiermit kann ein groß Loch zugestopft werden,und endlich müssen sie es doch thun. In der Mansfeldischen Sache mußman etwas treibend sein, damit solche ja nicht ins Stocken gerathe :c. Übrigensbleibe Dein treuer Vater Ebcrjicin.
21. k'vibi'. 1775. M, l. S. Dein Schreiben vom 24. vso. habeich erhalten und wir haben uns alle Deiner guten Gesundheit gefreuet; doch dasweißt Du ohnehin. Vor die überschriebenen Nachrichten danke Dir, wie auchvor die verschiedenen Uaisonnoiusnts über die dortigen Umstände. Ich sehedaraus Deine vollkommene gute Einsicht in alles, indeme Du alles weitläuftigckotailliret hast, ohne auch nur das Geringste dabei zu vergessen, und Du hastganz recht. Es thut mir aber recht leid, daß mein voriges Schreiben Dich ingewisser Absicht so weitläuftig gemacht hat, und ich finde mich fast verpflichtet,um mich und andere aus dem geschöpften Verdachte zu setzen, mich deutlicher zusxxiioiren, als ich es vielleicht in meinem vorhergehenden gethan. Erstl., wannich von Intorssss geschrieben, so ist die Meinung von Deinem und nicht vonmeinem gewesen. Vor mich kann nicht viel Interesse in der Welt mehr erwachsen,ich rechne auch auf gar keines. Daß ich mich zum Sklaven mache unter Sorge,Mühe und Bekümmernis, um meine Kinder in dem Stande zu hinterlassen, daßsie nicht andern Leuten zur Last fallen oder beschwerlich fallen dürfen, das istmein Interesse. Und wer wollte Dir hierin den Eifer, absprechen? Dann insofern Du etwas thnst und Eifer für mein Interesse beweisest, so giebst DuZeugnis, daß die Liebe von Sich selbst anfängt. Was Du von Schlingenschreibest, welche Dir gelegt werden oder worden sind, ist mir ganz fremd. Ichsollte hieraus urteilen, daß Du Dich mehr vor Deinen Freunden, als Feindenfürchtest, der letztern kenne ich gottlob keinen. Daß man sich aber mehr fürFreunden als Feinden fürchten soll, gehöret für solche Leute, die alles für Freundansehen, was ihnen und ihren Lentimsnts und Vorurteilen schmeichelt und mitihrem diatnrsll llarinoniret. Leute, die die Welt kennen, wissen sich ihre Freundewohl zu olloisiren und suchen nichts in der Vielheit. Sie wissen, daß reelleund wohldenkende Menschen selten sind, sie rechnen demnach niemalen ans einevollkommene Treue und Ergebenheit derjenigen Menschen, welcher sie sich zu be-dienen in der Welt ohnumgänglich genöthiget sind. Ein Weiser sagt, aus zweiÜbeln muß man das beste nehmen, wenn es nicht zu ändern, sondern nothwendigist, und man muß dennoch wissen, selbst aus dem Übel einen Nutzen zu ziehenoder Gutes zu machen. Die Träg- und Langsamkeit der Leute im dortigenLliina ist mir bekannt, ich bin müde, die Federspannungen zu sxsroiren, weilich sehe, daß alles nichts hilft, daher ich gehoffet, Du würdest den Spanner zu-weilen ansetzen und schon einige Arbeit zu übernehmen durch Anpurren und selbstHand ans Werk zu legen, weil Du so nahe bist. Da Du aber geheimnisvollüber alles schreibst und zuletzt sagst: und es können meine Hinreisenohnedem nicht viel Nutzen schaffen, so sehe ich auch hier, daß die liebeGeduld und daß ich mir auch ferner den Kittel nicht zerreiße, das Beste bei derSache ist. Gott gebe, daß ich nur niemalen nöthig habe, Euch auf meine Ver-mögensumstände zu weisen und zu führen, dann ich vor mein Teil habe gottlobgelernt, mich zu behelfen von Jugend auf. Obwohlen wenige gute Wirthschaftersein, welche zur Ebersteinischen Familie gehören in denen zwei letzten Generationen,so habe ich doch von Jugend auf gesucht, mit dem auszukommen, was ich gehabt,und immer noch etwas übrig zu behalten, sonsten würde ich Euch in denselbenUmständen haben lassen müssen, worin ich von meinem Vater gelassen wordenbin, ohne daß Ihr Ursache hättet, unzufrieden zu sein. Ich fordere also nichtsUnbilliges, wann ich verlange, daß Du Dich Deines eigenen und Deiner Ge-schwister Wohl und Interesse bei dieser Gelegenheit annehmen sollst, da Du noch