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Folge 4 (1883)
Entstehung
Seite
181
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von Fällen zu Fällen schwerer werdenden Folgerungen entschuldiget sein und esmeinen liebsten Brüdern lediglich auf ihr Gewissen geben. Ich füge zu dem Endebei, was ich in dieser uns allerseits so ssssutialitsr greifenden Sache an denFürsten von Dillenburg geschrieben, und ersuche ich angelegentlichst, sich ja nichtetwan durch schmeichlende Vorstellung von gerechter Beaugigung dieser Sache undvon kräftigem Beitritt abkehren zu lassen.*) Ich hielte davor, es sei nothwendig,meine liebsten Brüder kämen allerseits per irminorialo bei dem Fürsten ein undstelleten eben dasjenige vor, was ich vorgestellet habe, protestierten rations derSöhne wider alles unter Prätext der Vormundschaft intendierende Einmengungenund Unternehmungen in unsere Lehns- und Stamm-Sachen und appellierten,gleich wie ich gethan, deshalben an den Kaiser und Reichshofrath, durchausaber nicht nach Wetzlar, denn daselbsten sind die Urvouratorös, Advokaten undallerhand dergleichen Leute Anverwandte von der Uiuekiu. Ich sehe die eigen-nützigen Absichten, welche dabei von beiden Teilen geführet werden, allzuwohl,allein eben dieses ist es, welches mich in meinem Gewissen verbindet, mich destosorgfältiger dagegen zu stellen.

Unsers sel. Bruders Ökonomie ist nicht die beste gewesen, und findensich fast so viel Schulden, daß nur ein Weniges bleiben wird. Er hat keinTestament, noch sonsten die allergeringste Disposition gemacht, und hat man mitWillen mir keinen Boten (nach Mainz) geschickt, damit ich ihn nicht vor seinemEnde noch sprechen möchte. Jnmittelst maßet sich die Witwe aller Briefschaftenund aller Verlassenschaft an und hat nichts versiegeln lassen. Daß wir also umsovielmehrere Ursach haben, uns dabei in Obacht zu nehmen, und hat jeder-mann, der Kinder hat oder kriegen kann, an unserem sel. Bruderein Exempel zu nehmen, seine Sache bei Lebzeiten in Ordnungzu bringen, damit die Kinder nicht seufzen müssen. Ich will hieraufbaldige Autwort und hinlängliche Assistenz erwarten und verharre allzeit zc.

Mainz, den 15. Nov. 1725.

Zu seinem Assistenten erwählte sich Graf Ernst v. E. den vr. JohannHartmann Steuber zu Dillenburg, welcher die Verwaltung der den Eber-stein'schen Kindern 1r Ehe zustehenden Allodialgüter und Rechnungslegungübernehmen, aber ohne des Grafen Wissen und Willen nichts thnn sollte.Dieser meldete dem Grafen v. E. am 1. Januar 1726, daß der Rath Jeckel,der bereits am 28. Nov. 1725 von dem Fürsten Christian den Befehl er-halten hatte, des Ober-Jägermeisters v. E. sämtliche Hinterlassenschaftordentlich zu inventarisieren, nächstens mit der Jnventarisation beginnenwürde.

Hochgeborner Graf, gnädiger Graf und Herr! Ew. hochgräfl. UxasII. wollengnädig erlauben, daß hierdurch meine unterthänige Aufwartung abstatte und zudem angetretenen neuen Jahre gehorsamst kongratuliere, den höchsten Gott bittend,daß Er Ew. hochgräfl. Lxosll. nicht nur dieses neue, sondern noch viele folgendeJahre bei beständiger Gesundheit nnd allem hochgräfl. Wohlwesen, zu JhroKönigl. Majst. in Polen allerhöchstem Vergnügen gnädig erhalten, auch Derohohe Unternehmungen mit erwünschtem Effekt kräftig sekundieren wolle, wobei

*) lussrt. an den Hrn. Hauptmann (Wolf Dietrich v. Ebcrstein). Meinem liebstenBruder wird insonderheit desscnthalben ein vieles vorgemacht werden wollen, weil siewissen, daß es dessen Haushalt und Geschäfte nicht zulassen, daß er heraus kommen unddenen Sachen einschauen kann. Denn dies die wahre Ursache, warum sie mich, als einennäher Anwesenden, gern davon hätten.