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Folge 4 (1883)
Entstehung
Seite
130
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Niederlage bei Torgau erlitt, und sein Heer sich wieder auf Dresden zurückzog. Dergrößte Teil Sachsens war also, nachdem es einige Tage von dem erdrückenden Joche be-freit gewesen, auf's neue unter dasselbe zurückgekehrt, und schwer lastete die Hand desFeindes wieder auf dem, inzwischen auch von feinen Freunden keineswegs mit zarter Rück-sicht behandelten Lande.

Wie Seifenblasen waren nun die Entwürfe zerronnen, welche Eberstein in Merseburgmit dem Baron Rüdt geplant hatte. Seine beiden Kompagnien schlössen sich, ohne weiterirgend eine taktische Aufgabe zu erfüllen, den rückgängigen Bewegungen der Reichsarmeean; ihre Disciplin mochte dabei gerade nicht gewinnen,^) und dasPersuadieren" bei den-selben keinen großen Erfolg mehr versprechen, wenn auch Eberstein von neu einge-troffenen Revertcnten am 26. Oktober wieder 144 Mann zur Absenkung an das mobileKorps bereit hielt. Sein gegen die Saalfelder Meuterer beobachtetes Verfahren hattehöheren Ortes keine Billigung gefunden und wurde ihm als Akt der Schwäche aufgelegt;der Nutzen, welchen die bisher bei den Reichstruppen gelassenen Kompagnien geleistethatten, stand allerdings mit dem für ihren Unterhalt erforderlichen Aufwand in keinemVerhältnis, und diese Kosten sielen der in den ärmlichsten Verhältnissen befindlichen säch-sischen Kriegskassc zur Last, während die renitenten Leute, wenn man sie hätte zum Korpsheranziehen können, dort auf französische Rechnung verpflegt worden wären. Der PrinzXaver sprach daher seinen Unmuth in rückhaltloser Weise aus, und es geschah wohl mit zuwenig Berücksichtigung der höchstschwierigen und peinlichen Lage Eberstein's, daß ihm derPrinz erklären ließ, "wenn er nicht bald dafür sorgen werde, daß die beiden Kompagnienzum Korps kämen, so würden weder er noch seine Brüder jemals in Sachsen Kortünemachen. Der unglückliche Mann stand also zwischen seinem feierlich, im Namen des Königserteilten Versprechen einerseits, und der Ungnade seines hohen Vorgesetzten andererseits ineinem wenig beneidenswerthen Konflikt, in dem es für ihn als Ehrenmann freilich keineWahl gab.

Auch die Sicherheit seiner Person und der dem Sammlungswerk beigegebenen Officiereund Mannschaften wurde in Naumburg nun ernstlich gefährdet, und es begann wieder daseine Zeit lang unterbrochen gewesene, unstäte Hin- und Hermarschieren. Zunächst wichEberstein nach der Gegend von Erfurt aus;hätte ich IVO Mann Infanterie und 26 Reiterzum Rekoanoscieren bei mir," schreibt er,so wäre ich in Naumburg geblieben." Seinnächster Bericht vom 26. November ist von Langensalza, wo am 2. December ein Teil desaus Sachsen bestehenden Stainville'schen Korps der französischen Armee einrückte, 2 Ba-taillons des Regiments Prinz Xaver, 1 Bataillon Brühl und 1 Bataillon Rochow. DerGeneral Stainville und der sächsische Generalmajor von Brüggen nahmen selbst ihr Quar-tier in der Stadt, und Eberstein verlegt das seinige, um Platz zu machen, nach dem be-nachbarten Dorfe Uffhofen. Aber schon am 8. zog sich das Stainville'sche Korps vonLangensalza wieder auf Eisenach zurück, und das Sammlungswerk, bei welchem sich damals11 Officiere und 58 Mann befanden, wich nach Kühndorf bei Meiningcn aus. DiePreußen richteten sich auf dem von neuem gewonnenen Boden wieder ganz auf dem altenFuße ein; eine ihrer Patrouillen hatte am 5. December nachts, fast innerhalb der fran-zösischen Vorpostcnlinie, den Kreisamtmann vr. Laun in Tennstädt als Geißel fortgeführt;dem starkbesetzten Naumburg legten sie zum Willkomm eine Kontribution von 206066 Thalerauf und ließen es noch beiläufig eine tägliche Exekutionsgebühr von 566 Thaler zahlen.

Die Reichsarmee, die wir bei Chemnitz verlassen haben, hatte unterdessen ihren Rück-zug nach Hof fortgesetzt, wo sie am 23. November anlangte. Der Feldzug dieses Jahreswar beendigt, und man fand sich am Schlüsse desselben ziemlich wieder in derselben Lage,ja in denselben Stellungen, wie am Anfange der Kampagne. Das Hauptquartier derReichsarmee war wieder in Bamberg; die Wintcrpostierung unter dem Feldmarschall-Lieutenant Prinzen Stollberg in Lobenstein deckte mit ihrem Cordon, dessen rechter Flügelsich bei Eibenstock an die böhmische Grenze lehnte, einen Teil des westlichen Erzgebirges,oas Voigtland und den Neustädter Kreis. Die sächsischen Kompagnien standen unter s>emBefehl des Generalwachtmeisters von Kleefeld in Oelsnitz.

Beim Korps des Prinzen Xaver wurde der Winter von 1766 zu 61 zur Formierungeines schweren Reiterregiments zu 4 Kompagnien Garde du Korps und 4 KompagnienKürassieren benutzt, welches dem früheren Kommandeur des Chevauxlcgers - RegimentsRutowski, Obersten von Schlieben, anvertraut wurde, der später als Generalmajor an derSpitze derselben in dem für das Regiment ebenso ehrenvollen, als unglücklichen Treffenbei Lutternberg am 23. Juli 1762 den Heldentod starb. Von den vielen Ursachen zumMißvergnügen bei dem in französischem Solde stehenden Korps fiel nunmehr wenigstenseine, und zwar nicht die geringste hinweg, indem fortan die Rcvertenten der Kavallerienicht mehr zu Fuß zu dienen brauchten.

") ES hatte mittlerweile bei der Kompagnie des Hauptmanns aus dem Winckcl welche nur Leute enthielt,die an den Widersetzlichkeiten in Saalfeld keinen Anteil genommen hatten, in Gera eine Meuterei stattge-funden, über welche Details nicht bekannt geworden sind.