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Bataillonen mit dem Seitengewehr attaquteren und in die Flucht schlagen ließ, so klaroffenbarte, daß sie keinem Auge im ganzen Heere mehr verborgen bleiben konnten.
Bessere Erfolge hatten im Jahre 175S die kaiserliche und Reichsarmee in Sachsen er-rungen, wo nach 27tägiger Belagerung Dresden von dem preußischen General von Schmeltauübergeben und selbst Torgau und Wittenberg vorübergehend wieder von den Reichstruppenbesetzt worden waren. Konnten auch die beiden letzteren Plätze bei der schlaffen, energie-losen Kriegführung, die bei den kaiserlichen Generälen einmal zur Regel geworden war, nichtauf die Dauer behauptet werden, so hatte doch Fricdrich's Macht durch die Niederlage beiKunnersdors und die, Waffcnstreckung Fink's bei Maxen so schwere Schläge erlitten, daßsich der König zunächst auf die absoluteste Defensive beschränkt sah. Er benutzte den Winterzur Ergänzung seines stark gelichteten Heeres, wozu ihm das unglückliche Sachsen nicht nurRekruten liefern, sondern auch die erschöpften Kassen füllen mußte. Wir werden aus denBerichten Eberstcin's in der Folge einen Teil der Mittel kennen lernen, welcher man sichbediente, um die Hilfsquellen des Landes flüssig zu machen, indem man die Schraube derErpressung unter der Form von Requisitionen, Brandschatzungen, Konfiskationen des öffent-lichen und Privatcigenthums, Niederschlagung der Staatswaldungen, Münzverschlechterungu, s, w, in Bewegung setzte.
Aber nicht bloß auf die von den Preußen unmittelbar behaupteten Landesteile erstrecktesich dieses gewaltsame, den Wohlstand aller Bolksklassen auf lange Zeiten hinaus vernichtendeVerfahren; durch die Streifzüge ihrer leichten Truppen, der Husaren und sogenanntenFreibataillone, welche letztere, teilweise nur nothdürftig in äußere militärische Formen zu-sammengefügt, von den regulären Truppen des eigenen Heeres keineswegs etwa alsKameraden angesehen und behandelt wurden, breiteten die Preußen den Bereich ihrerMachtfphäre weit über die Grenzen des okkupierten Gebietes aus. Für die von solchenExpeditionen heimgesuchten Orte war natürlich das Verfahren in seinen Folgen noch vielverderblicher, als da, wo es, wenn auch rücksichtslos und grausam, doch immer noch nacheinem gewissen System zur Vollstreckung kam. Die Führer solcher Streifpartcien, meistOfficiere, welche nie der Ehre teilhaftig geworden wären, in einem regulären Korps zudienen, brandschatzten mit roher Willkür, ließen sich die eigenen Taschen füllen und verübten,wenn sie in der Schnelligkeit, zu der sie meist durch die Furcht vor einer feindlichen Da-zwischenkunft genöthigt wurden, nicht zu ihrem Ziele gelangen konnten, die gröbsten Ge-waltthätigkeiten, unter denen das Fortführen junger Männer als Rekruten und angesehenerLeute als Geißeln, sowie Mißhandlungen aller Art noch zu den gelinderen, Mord undBrandstiftung aber nicht zu den Seltenheiten gehörten.
Diesem gegenüber verhielten sich die Generäle des Reichsheeres, welches zu Anfangdes Jahres 176ti mit seinem Gros in Franken stand, während die Avantgarde oder — wiedamals der technische Ausdruck war — die Grcnzpostirungen desselben das Voigtland und denNeustädter Kreis besetzt hatten, mit einer Indolenz, welche geradezu ans Strafbare grenzt,wenn wir die unlauteren Beweggründe des unthätigcn Verhaltens einzelner derselben, wiewir sie in dem Folgenden werden nachgewiesen sehen, in Berücksichtigung ziehen. Mankann dabei nicht außer Erwägung lassen, daß die Ocsterreicher in ihren Kroaten undHusaren vortreffliche leichte Truppen besaßen, welche, gut geführt, mindestens denselben,wahrscheinlich aber, wenigstens was die Kavallerie betraf, einen höheren Werth gehabthätten, als die preußischen.
Die Unternehmungen derselben wurden aber durch die hinter dem Vorhange der leichtenTruppen, dem sogenannten Kordon, in träger Ruhe in ihren Winterquartieren liegendenregulären Korps in keiner Weise unterstützt und die Generäle derselben glaubten die langeZeit der Unthätigkeit zwischen den meist° kurzen Sommerfeldzügen, zu ihrer und ihrerTruppen Erholung unbedingt und ausschließlich benutzen zu müssen. Die Beweglichkeitund Unternehmungslust der Husaren und Kroaten innerhalb des weitläufigen, zwischenbeiden Armeen gelegenen Landstrichs, zu dem das durch seine Fruchtbarkeit und seinewohlhabenden Städte die Habgier besonders reizende kursächsische Thüringen und dieStifter Naumburg und Zeitz gehörten, konnte daher zum Schutze desselben nicht nurnichts beitragen, sondern vermehrte nur noch die Plagen der ohnehin so schwer gepeinigtenBewohner, Denn abgesehen davon, daß die kaiserlichen Freikorps, wie alle leichten Truppenjener Zeit, an Raublust den preußischen nichts nachgaben, und daher auch im befreundetenLande, unter der Form von Requisitionen zu ihrem nothwcudigen Unterhalte, schamloseErpressungen verübten, gaben sie dem Feinde durch ihre Überfälle, welche von den Be-troffenen zur Entschuldigung ihrer Vernachlässigung des Sicherheitsdienstes regelmäßigdem Verrathe der Einwohner zur Schuld gelegt wurden, auch noch zu höchst empfindlichenRepressalien Anlaß, so daß die unbesetzten, zwischen den Vorposten der feindlich gegenüber-stehenden Heere gelegenen Gegenden sich mit Recht als die unglücklichsten von allen be-trachteten und mit doppelten Ruthen gestraft wurden.
In diese Zeit und auf diesen thüringischen Schauplatz werden wir durch die BerichteCberstein's versetzt, von denen der erste aus Saalfeld, wie bereits erwähnt, vom 26. Januar