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Folge 4 (1883)
Entstehung
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bei Kollin beitrugen, und auch in der Folge auf einem anderen Kriegsthcater Beschäftigungfanden, als das Revertentcnkorps des Prinzen Xaver.

Letzteres hatte von feiner Gönnerin, der die Sache ihrer Landsleute am VersaillerHofe stets mit dem wärmsten patriotischen Interesse vertretenden Dauphine Marie Josefe,24 leichte Geschütze erhalten, entbehrte aber dagegen aller Kavallerie. Man hatte für dieabteilungsweije von den Sammelplätzen eintreffenden Revcrteuten der Infanterie dieselbenRahmen gebildet, welche im Lager von Struppen vor der Kapitulation bestanden hatten,so daß Jeder bei seiner Ankunft wieder dem nämlichen Truppenkörper zugeteilt werdenkonnte, dem er ursprünglich angehört hatte und sich mithin sogleich wieder in einiger-maßen gewohnten Verhältnissen befand. Nur bei drei der 12 Fcldrcgimcnter demGrenadierregiment Kurprinzessin*! und den Jnfanteriercgimentern Prinz Friedrich Augustund Prinz Xaver war die Zahl der Revertenten so groß, daß diese Regimenter zu zweiBataillonen formiert werden konnten; die 7 übrigen bestanden nur in einem Bataillon.Von dem Regiment Leib-Grenadier-Garde, der sogenannten großen oder rothen Garde,welche nicht mit dem Regiment Garde zu Fuß verwechselt werden darf, wurde ein Bataillonzu 3 Kompagnien aufgestellt; die Artillerie bestand aus 2 Kompagnien.

Was die Revertenten der Kavallerie betraf, so war man bezüglich derselben in größererVerlegenheit. So erwünscht für das sächsische Hülfstorps im französischen Solde die Er-richtung einer Rcitertruppc gewesen wäre, da man in Rücksicht auf die Unterstützung durchdiese Waffe völlig an die Großmuth Frankreichs verwiesen war, fehlten hierzu doch dienöthigen Geldmittel, deren Gewährung feiten des Versailler Kabinets anfangs beharrlichverweigert wurde. Die Revertenten des mit in preußische Gefangenschaft gerathenenChevauxleger-Regiments Rutowski wurden zwar zur Ergänzung der drei bei den Öster-reichern fechtenden leichten Kavallerieregimenter zweckmäßig verwendet; die der Garde duKorps und der Kürassier-Regimenter hätten jedoch nach den damals herrschenden Ansichten,die Einreihung bei der leichten Kavallerie als eine Verletzung ihres soldatischen, noch etwasin mittelalterlichen Vorurteilen befangenen Korps d'esprit betrachtet. Man mußte sie daheralsunberittene Kürassiere" provisorisch in einen besonderen Körper von 4 Kompagnienformieren, welcher von Kavallerieofficiercn befehligt, aber als Grenadierbataillon verwendetwurde.

Außer dem Bataillon der großen Grenadiere von drei Kompagnien und dem Grcnadier-bataillon der unberittenen Kürassiere von 4 Kompagnien gab es noch ein drittes, welchesdurch Zusammenstellung der 3 Grcnadierkompagnien der Regimenter Kurvrinzessin, FriedrichAugust und Xaver gebildet wurde. Die bloß aus einem Bataillone bestehenden übrigenJnstmterieregimenter hatten bis zum Frühjahr 1760 keine Grcnadierkompagnien. Mitdiesen 3 Grcnadierbataillonen bestand demnach das sächsische Hülfskorps im französischenSolde aus 13 Bataillonen und 24 Geschützen, welche letztere von zwei Artilleriekompagnienbedient wurden.

An Ofsicieren war beim Korps kein Mangel. Zwar hatten die in der Kapitulationvom 16. Oktober 1756 inbegriffencn Generäle rhr Ehrenwort geben müssen, während desKrieges nicht gegen Preußen zu dienen und sich ruhig im Lande zu verhalten, von denin Guben, Lüoben, Wittenberg und Eislebcn internierten Stabs- und Oberofficicren aber,welche Preußen ohne alle Subsistenzmittel ließ, hatten sich trotz ihrer scharfen Überwachungdie meisten zur Armee begeben und die Zahl derselben war hier so groß, daß viele Offi-ciere mit einer niederen Dienststellung sürlieb nehmen mußten, als ihnen ihrem Rangenach gebührte. Man sah daher Obersten an der Spitze von Bataillonen, Oberstlieutenantsund Majore als Kompagniekommandanten.

Die Führung des Hülfskorps hatte, wie schon erwähnt, der 1730 geborene Prinz Xaverübernommen, und es gehörte für den Sohn eines Königs von Polen und Kurfürsten vonSachsen in der That große Selbstverleugnung dazu, sich an der Spitze einer schwachen,nur aus Infanterie bestehenden Hccrcsabteilung unter die Befehle französischer Marschälleund Generäle zu stellen, welche ihre Posten im günstigsten Falle der Geltung ihres Namensin den Reihen des französischen Adels, im minder günstigen der Empfehlung einer gemeinenBuhlerin zu danken hatten. Mit jenem unerträglichen Hochmuth, mit dem noch bis in

*) Dieses Regiment hatte bei der Gefangennahme am Lilienstein eigentlich nur ein Grenadierbataillongebildet, und sich nach derselben beharrlich geweigert, dem Könige von Preußen den Eid der Treue zu schwören.Die Grenadiere wurden daher unter die ganze preußische Infanterie verteilt, fanden sich aber schon 1757wieder so zahlreich beim Revertentenkorps in Ungarn ein, daß aus ihnen unter Hinzuziehung angeworbenerMannschaft, ein Regiment von 2 Bataillonen gebildet werden konnte. Die Kurprinzessin nahm an dieserTruppe, welche ihren Namen führte, fortwährend lebhaften Anteil, und der Kommandeur derselben, Oberstvon Flemming, mußte sie, unter Beilegung monatlicher Stärkerapporte, von allen Ereignissen beim Regiment,sowie über den Verlauf der kriegerischen Vorgänge beim mobilen Korps, ausführlich in Kenntnis erhalten.Ihren Beruf als Regimentschef faßte übrigens die kluge und energische Dame keineswegs als bloße Form-sache auf, sondern behielt sich in allen persönlichen Angelegenheiten ihre Zustimmung vor, ehe der bezüglicheVortrag an den Prinzen Xaver als kommandierenden General gelangen durfte, ja sie sprach in einzelnen Fällen,wo im Drange der kriegerischen Begebenheiten von diesem Geschäftsgange abgewichen wurde, gegen Flemmingsehr entschieden ihre Mißbilligung aus.