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Folge 4 (1883)
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116
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Durchlauchtigster Herzog -c., höchstgebietender Herr General-Feldmarschall!Ew. hochfürstl. Durchlaucht geruhen, Sich untertänigst vortragen zu lassen, daßin verwichener Bataille bei Kesselsdorf der bei dem löbl. Prinz-Sondershäus.Dragoner-Regiment gestandene Major von Sacken mit Tode abgangen. Wennnun Ew. Hochs. (Dchl.) gnädigst resolvierten, dieses Uvuimsmsnt im Regimentezu lassen, so ergehet mein allerunterthänigstes Suchen an Ew. hochfürstl. Durchl.Höchstdieselben wollen mir die durch den Major von Sacken vakant gewordeneKompagnie gnädigst angedeihen lassen. Diese hochfürstl. Gnade werde lebenslangmit größester Devotion erkennen und beharre als Ew. hochfürstl. Durchlaucht,meines gnädigsten Fürsten und hochgebietenden Herrn General FeldmarschallsLaut. Hnartisr. ?arts1sckork, unterthänigst gehorsamer Knecht

d. 2. Januar 1746. Kart Friedrich ü'Lbsistein.

Dem Durchl. Fürsten :c. Johann Adolfen Herzogen zu Sachsen w.,

Jhro Königl. Maj. in Polen und Kurfürstl. Durchl. zuSachsen w. General - Feldmarschalln, auch Obristen überein Regiment zu Fuß, des Poln. Weißen Adler-OrdensRitter :c.

Das Sammlungswerr

des Majors Karl Friedrich von Lberstein in Thüringen.

Ein Beitrag zur Geschichte des Heeresersatzes im 7 jährigen Kriege.

Von O. v. Schimpfs,

Königl. Sachs. Generalmajor z. D.

(Archiv für die sächsische Geschichte. Neue Folge IV.

S. 44-98.)

Im königlichen Hauptstaatsarchiv zu Dresden werden in ziemlich zahlreichen Konvo-luten die Berichte aufbewahrt, welche von den verschiedenen Kriegstheatern des 7 jährigenKrieges durch besondere Berichterstatter teils nach Warschau an den allmächtigen Premier-minister Grafen Brühl, oder, wie er sich in Polen gern bezeichnen hörte, Grafen Ocieszino-Brühl, teils aber auch an den Kurprinzen Friedrich Christian nach München (Nymphen-burg) gesendet wurden.

Während die meisten dieser Korrespondenzen sich über das Gebiet der Politik undStrategie erstrecken, beziehen sich dagegen andere auf den nicht minder wichtigen Hecreser-satz, bei welchem infolge der besonderen Verhältnisse des Landes im 7 jährigen Kriege, wofortwährend der größte Teil Sachsens vom Feinde besetzt war, ein ganz eigenthümlichesVerfahren beobachtet werden mußte. Nachdem bekanntlich die beim Ausbruchedes Kriegesetwa 18000 Mann starke sächsische Armee am Lilienstein gefangen und zum Übertritt inpreußische Dienste gezwungen worden war, hatten sich anfangs massenhaft, dann, als, umder Desertion Einhalt zu thun, alle ehemals sächsischen Regimenter aufgelöst und derenMannschaft unter die übrigen verteilt wurden, truppweise und einzeln die sächsischenSoldaten dem fremden, ihnen gewaltsam aufgedrungenen Dienste wieder entzogen. Siewurden von sächsischen Ofsicieren in den von der kaiserlichen und der Reichsarmcc besetztenGebieten in Empfang genommen und nach Ungarn gesendet, wo man dieseibcn in taktischeKörper verteilte und, da Österreich aus politisch-militärischen Gründen ihre Verwendungbei der kaiserlichen Armee ablehnte, durch Vermittlung der Dauphine, August III. Tochter,an das im westlichen Deutschland gegen Preußens Verbündete, Engländer, Hannoveraner,Braunschweiger, Hessen u. f. w. kriegführende Frankreich, als besonderes Hülfskorps unterdem zweiten Sohn des Königs von Polen, dem Prinzen Zavcr, in Sold gegeben.

Die Ergänzung dieses Hülfskorps, dessen Stärke sich im Durchschnitt auf 10000 Mannbclicf, erfolgte nach wie vor wesentlich durch sächsische Landeskinder, welche sich dem PreußischenDienste durch die Flucht entzogen und, um den Begriff der Desertion grundsätzlich auszu-schließen und den nachteiligen Folgen derselben für den Fall einer möglichen abermaligenGefangennahme vorzubeugen, sächsischerfeits mit dem Namen Revertenten bezeichnet