Druckschrift 
Folge 4 (1883)
Entstehung
Seite
97
Einzelbild herunterladen
 

97

bach und Kadolzburg die Huhner und Hasen, uff daß, so Wir mit GottsHülff einsten heim kummen, daß Wir in Unserm Alter auch Lust haben und mitGotts Hüls Unser Leben mit Kurzweil fristen :c.

Schreiben des Kurfürsten Albrecht an seine Räthe in Ansbach ä. 6. Kölnan der Sprew an S, Thomastag ^.postoli (21, Dec.) 1472,

Lieben Getreuen! Euer Schreiben, Uns itzund gethan, dorm ir euch ent-schuldiget, thüt nicht noth, ihr habt nach eurm Bedünken das Best gehandelt :c,Herrn Jorgen von Absberg wollen Wir das Geld heur nicht geben,Lorenzen van Ebcrstcin haben Wir vergönnet, den Heyden abzulösen. Sowollen Wir den Heyden wohl gönnen, daß er die Burger von Nürnbergablöst. Damit hat er ein halben Teil, wie vor, und der Eber stein den andern.Der ist Uns lieber, do dann die Bürger von Nürnberg, Wie Unsauch Eberstein und Heyden geschrieben und Wir ihn geantwort haben, findetihr in diesen inliegenden Abschriften.

Nach seiner Heimkehr in das Frankenland ergriff der Markgraf Albrechtdie Waffen gegen Soltau vonWirsberg, welcher aus seinem Schlossedie Umgegend geplündert hatte. Derselbe wurde 1474 gefangen und aufdie Plassenburg gebracht (Scherber II, 514),

Im Spätherbst des Jahres 1474 zog Lorenz v. Ebenstem mit AlbrechtAchilles, der 1474 zum kaiserlichen Feldmarschall wider Herzog Karl denKühnen von Burgund ernannt worden, vor Neuß.

V, E Gesch, 573 ff, u, 632; Nachtr. 2, Folge III,

Karl von Eberstein aus Flurstedt.

S. 648, auch Nachtr. v, 1879 S III.

Markgraf Friedrich's IV. von Brandenburg Besuch zu Nürnberg imJahr 1496 (aus einer gleichzeitigen Handschrift gezogen).

Schon lange hatte die Reichsstadt Nürnberg mit Markgraf Friedrich IV. vonBrandenburg heftige Streitigkeiten wegen des Landgerichts. Ein neuer für beideLänder verderblicherer Krieg, als der war, den Nürnberg vor 47 Jahren mitMarkgraf Albrecht hatte, schien unvermeidlich, als sich endlich i. I, 1494Herzog Albrecht von Sachsen ins Mittel schlug und durch seinen Abgeord-neten, Ritter Dietrich von Harras nach zweijähriger Unterhandlung einenVergleich zu stände brachte, der die drohende Fehde glücklich endigte. Die jährlichan Fastnacht gewöhnlichen Lustbarkeiten zogen stets eine Menge Fremde in dieseStadt; weit und breit bekannt, waren sie vielleicht eben das, was in späteren Zeitender Karneval zu Venedig, Sophia, Friedrich's Gemahlin, eine königl, Prin-zessin von Polen, war noch nie in Nürnberg gewesen: sie, eins der vorzüglichstenWerkzeuge, durch welche Ritter Harras' Vergleich zu stände gekommen war, Sophie hegte den Wunsch, einmal diese Stadt zu besuchen und zugleich mitden Lustbarkeiten auch die großen Heiligthümer zu betrachten, die Nürnberg zumAufbewahren vom H, Röm. Reiche anvertraut worden waren, Willkommen wardem Rath die Nachricht von diesem Wunsche. Paulus Volkmar undNiklas Groland wurden daher mit den dringendsten Einladungen an Friedrichnach Ansbach abgesendet. Mit froher Botschaft der freundlichen Zusage vonihm und Sophien und seinen Söhnen Kasimir und Georg kehrten sie baldwieder zurück und eilten dann auf Neustadt an der Atsch, um Friedrich's

7