Druckschrift 
Folge 4 (1883)
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

Schlösser Starkcnberg, Bcnsheim, Heppenheim und Modenbach, auch das Ge-leitc in der Bergstr aße für erwachsende Kriegslasten verpfändete; dafür sollte Friedrichihn im Besitze der 9 Städte, welche ihm treu geblieben waren, schützen. Von großemNutzen für Dicther war der Beitritt der Stadt Mainz. Das 16000 Mann starke PfälzischeHeer sammelte sich bei Mainz. Am 4. Dec, begann der Krieg mit Eroberung des Mainzgegenüberliegenden Kastel Der von dem Markgrafen Älbrecht mit 12000 Mannwürttemb., badischer und seiner eigenen Truppen am 21, Dec, bei Wiershcim gemachteEinfall in die Pfalz bewirkte jedoch eine Trennung des Pfalz, Heeres bei Mainz, da sichder Kurfürst iu sein bedrohtes Land zurückziehen mußte.

Unmittelbar nach diesem Unternehmen kamen, ohne die Ergebnisse des für den6, Febr, 1462 nach Znaim festgesetzten Rcchtstagcs abzuwarten, die Fürsten und Städtezu einem Reichstage in Ulm zusammen und erklärten am 10 Jan. den Herzog Ludwigfür einen Reichsscind,

Krieg des Reichs gegen Herzog Ludwig von Landshnt (1462).

Im Namen des Kaisers erließen die Reichshauptleute und 32 Reichsstädte an HerzogLudwig eine Kriegserklärung. Den Krieg begann Markgraf Albrecht am 13. Januar 1462mit einem Einfalle in Bayern. Als Herzog Ludwig sich über dieses Vorgehen währenddes Waffenstillstandes bei Albrccht beschwerte, bekam er am 24. Januar von diesem zurAntwort; Den Frieden zu Prag habe er nicht als einen nichtigen ansehen können; waser in der Zwischenzeit gcthan habe, sei gemäß eines kaiserlichen Befehls geschehn,

Albrccht nahm am ü. Febr. Bocksbcrg und begab sich am folgenden Tage zu denKriegsbcrathnugen nach Ulm, Von da zurückgekehrt, nahm er am 2, März Monheim,am 4. März Gaisberg. Hiernach kehrte der Markgraf nach Donauwörth zurück, um sichdann mit dem Grafen Ulrich von Württemberg zu vereinigen, welcher am 1. März Schloßund Stadt Heiden heim eingenommen hatte! Am 11, erschien das ganze 10000 Mannstarke Reichshccr vor Gundelfingen (die Stadt Augsburg allein hatte im Lager vorG. über 800 Mann), dessen Besatzung sieben Stürme abschlug, Markgraf Albrccht er-fuhr, daß Herzog Ludwig von Ingolstadt her im Anmarsch sei', Ulrich von Württem-berg mußte zur Abwehr eines Pfälzischen Angriffs in sein Land zurückkehren. Als nundas Gerücht verbreitet wurde, daß 10000 Böhmen im Anzüge seien, so ließ Albrcchtaufdrummctcn", zog am 30, März ab und entließ am 5, April den größten Teil seinerSöldner,

Nach Auflösung des Heeres eilte der Markgraf nach Augsburg, von wo aus er Ein-fälle in Bayern unternahm und dort Burgen lind Dörfer verheerte. Als er von demGrafen von Öttingcn zur Hülfe für das von den Bayern bedrohte Ries aufgefordert wurde,eilte er am 21, April der bedrohten Gegend zu Hülse, Nachdem anfangs Mai durch nachUlm gesandte Abgeordnete beschlossen worden, die Entscheidung der Streitigkeiten einemnach Nürnberg zu berufenden Reichstage anhcimzustellcn, ruhten die Feindseligkeitenzwischen dem Herzoge und dem Markgrafen während der Dauer der Unterhandlungen.

Die Kunde von dem Erfolge, welchen der Kurfürst Friedrich über seine Feinde beiSeckenheim am 30. Juni errungen hatte, und der verzögerte Gang der Friedensunter-handlungen bestimmten den Herzog Ludwig, eine Entscheidung zwischen ihm und demMarkgrafen mit dem Schwerte herbeizuführen. Er unternahm daher mit 6000 Manneinen Zug gegen die jüngsten württembergischen Eroberungen, Stadt Heidenhcim undBeste Helpenstein eroberte er am 7, Juli uno ging dann wieder in das Lager von Lauingenzurück, M, Albrecht hatte sich anfangs Juni in seine fränkischen Lande begeben, wo ihnam 3, Juli die Nachricht von der Seckenheimer Niederlage traf. Er versprach, am 5, nachSchwäbisch-Gmünd zu kommen, man möge mit dem Zuziehen eilen. Schwerfällig, in denReihen der Wagenburg eingeklemmt, zog das markgräflichc Heer am 19 Juli 1462 aufder Straße nach Giengen, Da erscholl plötzlich die Kunde, Herzog Ludwig sei bereitsin der vergangenen Nacht mit 9400 Mann zu Fuß und 1600 Reitern eine Meile unter-halb Giengen angekommen. Mit dem FeldrufcHeilige Maria" drang zunächst derbayerische Rennhaufcn gegen das Spitzentreffen des Markgrafen, welches das Schlagen derWagenburg schützen solltey vor. Ringsum drangen nun die Bayern gegen die Lücken derWagenburg. Unter dem FcldgeschreiRömisch Reich" warf sich der Markgraf selbstdem bayerischen reisigen Zuge mit dem Banner entgegen. Doch aller Muth des deutschenAchilles war umsonst. Erst zuletzt, als die Seinen teils tot, teils gefangen waren, ver-ließ erselb fünft" die Walstatt, um sich über Alpcck zu den in Ulm tagenden Kriegs-räthen und dem Zuzuge der Städte zu begeben. Noch am Abend des Sieges rückte HerzogLudwig vor die Stadt Giengen, wohin sich ein großer Teil des Reichshecres geflüchtethatte, mußte jedoch unverrichtetcr Sache sich zum Abzüge entschließen und kam mit dembayerischen Heere am 26. Juli vor Augsburg an, welches während seiner Abwesenheitwiederholte Einfälle in Bayern gemacht hatte. Täglich zweimal wurde die Stadt von demFußvolke berannt, Ludwig ging mit einem Teile seiner Truppen am 30, Juli in dieGegend von Donauwörth, um den Verwüstungen Ulbrichts, der mit den in Ulm vorge-