— 90 —
zogen. Am 24. werden als Eroberungen der Bayern, die immer in kleinen Streifparteienherumzogen, die Burgen Jllesheim, Hoheneck, die Orte Jckelsheim, Bergel und Otten-hofen genannt.
Der Markgraf Albrecht lag während dieser gegen ihn gerichteten Unternehmungen,da der Graf von Württemberg an dem bestimmten Tage (7. Sept.) mit seinem Heerenicht in Heidcnheim eingetroffen war, in einem verschanzten Lager zwischen Reichels-dorf und Katzwang. In dieser Zeit erfolgte die Wicdercroberung des im vergangenenJahre verloren gegangenen Städtchens Roth. Die württembergffchen Truppen waren,als sie endlich ankamen, über alle Maßen undiscipliniert. Während nun der Herzog undseine Verbündeten mit dem Plane umgingen, der Herrschaft derHohenzollcrnimfränkischen Gebiete ein Ende zu machen, verweigerten die in Nördlingcn ver-sammelten Sendboten von 49 Städten dem Kaiser die erbetene Hülfe. Erst nach vielenVerhandlungen entschlossen sich die Reichsstädte gegen den Herzog von Bayern aufzutreten.
Im östlichen Theile des markgräfl. Gebietes unternahm das oberpfälzische Aufgebotvon Stadt Kemnath aus einen Einfall in das Vogtland, verbrannte über IVO Dörferund kehrte mit reicher Bellte ins Lager zurück. Das Eintreten übler Witterung undRoth an Lebensmitteln machte aber eine Trennung des großen Heeres nothwendig. Des-halb verließ der Bischof von Würzburg am 26. Sept. mit seinen Truppen das Heerdes Herzogs und legte sich nach Schwarzach, Ochscnfurt, Teitelbach und Sulz-feld in Kantonicrnngcn. Von seiner Ritterschaft erhielt er nach Erteilung eines Freiheitsbriefes (17. Okt.) die Zusage kräftiger Unterstützung in diesem Kriege.
Der König von Böhmen hatte mit des Kaisers Einwilligung es endlich unter-nommen, zu Prag die Streitigkeiten zu schlichten, während er seine eigenen mit dem HauseBrandenburg dem Kaiser zur Entscheidung übertrug. Um dem übernommenen Schieds-richtcramte nachkommen zu können, forderte König Georg am 17. Okt. den Herzog Lud-wig auf das böhmische Hülfsheer in seine Heimath zu entlassen und das Land des Mark-grafen bis zu der am l. Nov. in Prag erfolgenden Entscheidung zu räumen. Der Herzog,welcher sich nach der Trennung der Truppen südlich gewendet hatte und mit 10999 Mannam 4. Okt. 1461 um Roßstall, später bei Tann lag, kam dem Wunsche des Königsnach, begleitete die böhmischen Truvpen und versah die eroberten Orte mit Besatzungen.Der Markgraf scheint dem abziehenden Heere gefolgt zu sein, denn Hcidenhcim wurdevon dem Grafen Ulrich von Württemberg belagert^ Im November lag Herzog Ludwig'sVolk wieder um Ries, am 9. rückten die Besatzungen von Heidcck und Hiltpoltstcin gegendie markgräflichen Besitzungen um Günzenhausen und Absberg .und verbrannten dort12 Dörfer.
Am 7. Dec. kam zwischen dem Kaiser und dem Markgrafen Albrecht einerseitsund dem Herzoge Ludwig andererseits zu Prag durch Bevollmächtigte ein Waffenstillstandzum Abschlüsse, in welchem bestimmt wurde, daß am 21. Dec. der Krieg beigelegt seinund die Waffenruhe bis zum 26. April dauern soll und in der Zwischenzeit auf einemzu Znaim am 6. Febr. 1462 abzuhaltenden Reichstage die Streitpunkte entschieden werdensollten. In diesem Waffenstillstände, mit dem keine Partei zufrieden war, lag aber schonwieder der Keim zum nächsten Kampfe.
In dem Lager des Bischofs Johann von Würzburg stellte sich der würzburgische Adelzahlreich ein. Den Oberbefehl über das bischöfliche Heer übernahm Michael vonSchwarzenberg der Altere. Die Bischöflichen eroberten und plünderten mehrere Ort-schaften, der Vogt von Kitzinger: dagegen alle in der Nähe seines Amtes gelegenen Würz-burgischen Besitzungen. Als Bischof Johann Prichscnstadt belagerte, traf MarkgrafAlbrecht, nachdem die Bayern abgezogen waren, am 3. Nov. in Kitzingen ein. DerBischof zog sich nach Volkach und am 12. Nov. nach Haßfurt; der Markgraf dagegenvor Uffenheim und Sulzfeld und darauf wieder nach Kitzingen. Am 25. Nov.öffneten ihm die Bürger von Neustadt die Stadtthorc, die bayer. Besatzung wurde ge-fangen genommen, Uffenheim ergab sich ihm hierauf ebenfalls. Bischof Johann lagbei Ochfenfurt. Bis zum 21. Dec. dauerte dieser Verheerungskrieg fort. Wie im Würz-burgischen der Markgraf selbst, so errangen im Bambergischen und gegen die von denBayern noch besetzten Orte seine Hauptleutc so gute Erfolge, daß am Tage des Waffenstillstandes (21. Dec.) nur noch Roth in den Händen des Herzogs Ludwig blieb.
Krieg in der Pfalz (1461).
Am 21. Aug. 1461 setzte der Papst den Bischof von Mainz Diethe r von Usen-burg ab und ernannte den Grafen Adolf von Nassau zu dessen Nachfolger. Diekaiserl. Partei erhielt an dem Erzbischof Adolf einen neuen Anhänger, Kurfürst Friedrichaber einen neuen Feind. Am 2. Okt. wurde die Einsetzung Aüols's in das Erzstift voll-bracht. Der abgesetzte Bischof begab sich in die stärkste Beste des Bisthums nach Star-kenburg. Um das verlorene Bisthum wieder zu gewinnen, ging Diether am 19. Nov.mit dem Kurfürsten Friedrich einen Vertrag ein, in welchem er diesem die Städte und